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Zwischenbilanz zur Bergwaldoffensive

Die vor fünf Jahren gestartete „Bergwaldoffensive“ hat die Wälder in Bayern ein gutes Stück widerstandsfähiger gegen den Klimawandel gemacht. Diese positive Zwischenbilanz zog Forstminister Helmut Brunner am 1. August im Projektgebiet „Sonnenköpfe“ bei Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu. Nach seinen Angaben sind in den vergangenen fünf Jahren in den Privat- und Kommunalwäldern zwischen Lindau und Berchtesgaden rund 200 000 junge Bäumchen gepflanzt worden, um die Schutzwirkung des Bergwalds zu verbessern. 350 Hektar gefährdete Nadelwälder wurden in klimatolerante Mischwälder umgewandelt, weitere 350 Hektar durch intensive Pflege so stabilisiert, dass kostenträchtige Sanierungsmaßnahmen gar nicht erst notwendig werden.
Zudem wurden in den 42 Projektgebieten naturverträglich rund 100 Kilometer Waldwege angelegt, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in den nächsten Jahren weitere 4 500 Hektar Bergwald auf den Klimawandel vorbereitet werden können. Elf Millionen Euro hat der Freistaat bislang für die Bergwaldoffensive bereitgestellt, vier Fünftel kommen aus dem „Klimaprogramm Bayern 2020“. Für den Minister ist jeder Cent gut angelegt, denn: „Der Erhalt unserer Berg- und Schutzwälder ist unverzichtbare Zukunftsaufgabe und aktive Vorsorgepolitik für die Menschen im Alpenraum.“

Zu verdanken ist der Erfolg der Bergwaldoffensive nach Aussage Brunners der intensiven Einbindung aller örtlichen Interessensgruppen – von den Waldbesitzern, Almbauern und Jägern über Kommunen und Verwaltungen bis zur Wirtschaft. „Durch enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist es gelungen, regional passende Strategien zum Schutz der Bergwälder zu erarbeiten und rasch umzusetzen“, sagte der Minister. Er kündigte an, die Bergwaldoffensive in den nächsten Jahren konsequent weiterzuführen und das Konzept mit seinem integrativen Ansatz zudem auf die ostbayerischen Mittelgebirge mit ihren teilweise labilen Fichtenbeständen auszudehnen.

In den bayerischen Alpen gibt es rund 250 000 Hektar Bergwald, 110 000 Hektar davon befinden sich in privater und kommunaler Hand. Rund 60 Prozent der Bergwälder sind Schutzwald. Nach Ansicht von Experten wird sich der Klimawandel auf den Alpenraum besonders stark auswirken. Viele rechnen mit einer doppelt so hohen Erwärmung wie im Flachland und häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Felsstürzen und Murenabgängen.

 

StMELF

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