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Bei der aktuellen Studie der Österreichischen Bundesforste zur Revitalisierung gefährdeter Hochmoore wurde auch ein Exemplar der Zwerg-Birke dokumentiert.

Schutz der Hochmoore in Österreich

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gaben im Rahmen ihrer Initiative zur Revitalisierung gefährdeter Hochmoore im Salzkammergut eine Studie zur Artenvielfalt in Auftrag. Die Untersuchung ist Teil des Hochmoor-Schutzprogramms der Bundesforste. Für eine Überraschung sorgte die Wiederentdeckung der Zwerg-Birke bei Gmunden.

In der aktuellen Studie wurde erstmals der Artenreichtum im Laudachmoor am Grünberg bei Gmunden und im Wildmoos am Mondseeberg in Oberösterreich untersucht. Allein dort konnten 480 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nachgewiesen werden. Für eine gelungene Überraschung sorgte die sensationelle Wiederentdeckung der Zwerg-Birke im Laudachmoor, die in Oberösterreich sogar bereits als ausgestorben galt. Von ebenso großer wissenschaftlicher Bedeutung ist der Erstnachweis des Moorgallertbechers. Diese äußerst seltene Pilzart ernährt sich ausschließlich von Torfmoosen und wurde insgesamt erst zweimal vorher in Österreich gesichtet. Ein weiterer Erstfund in Oberösterreich gelang für die Moor-Walzenzikade, deren Wirtspflanze das Scheiden-Wollgras ist.

Tausende Insekten, Spinnen, Pflanzen und Pilze untersucht

Mit Bodenfallen, Keschern und Sichtbeobachtungen haben Zoologen, Vegetationsökologen und Mykologen etwa 2.000 Insekten, 1.000 Spinnen sowie unzählige Pflanzen und Pilze in den beiden Mooren wissenschaftlich erfasst und untersucht. Von den knapp 300 so entdeckten Tierarten entfällt der Großteil auf Spinnentiere (100) und Käfer (70). Unter den Insekten wurden weitere 50 Wanzenarten, 25 Zikaden-, 20 Schwebfliegen- sowie 14 Ameisen-, 9 Libellen- und 5 Pflanzenwespenarten nachgewiesen. Die Pflanzenvielfalt sticht mit 80 unterschiedlichen Arten hervor. Darüber hinaus konnten 100 Pilzarten identifiziert werden.

Wiedervernässung von Laudachmoor und Wildmoos

Nach der Revitalisierung von sechs Hochmooren im Inneren Salzkammergut werden nun auch das Laudachmoor und das Wildmoos mit baulichen Maßnahmen wieder in ihren natürlichen Zustand versetzt. Ziel ist die Anhebung des Wasserhaushaltes, um die Moore vor dem Austrocknen zu bewahren und als Lebensraum für Fauna und Flora zu erhalten. Dazu wurden die Moorflächen aufgelichtet und von zu dicht wachsenden Bergkiefern befreit. Um den Abfluss von Regenwasser zu verlangsamen, werden bis Ende 2019 insgesamt 150 Dämme aus Lärchenholz, sogenannte Spundwände, in das Moor und die Moorrandwälder eingebracht.

 

ÖBf

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