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Zweites Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt nachgewiesen

Zweites Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt nachgewiesen

Im Fläming unweit der Ortschaft Göritz wurde mit Fotofallenbildern ein Wolfsrudel neu nachgewiesen. Dieses Rudel ist das zweite für Sachsen-Anhalt. Wie das bereits seit 2009 bekannte Rudel in der Altengrabower Heide lebt es im Grenzbereich zu Brandenburg. In den vergangenen zwei Jahren gab es wiederholt Hinweise von Mitarbeitern des Forstbetriebes und aus der Bevölkerung auf die Anwesenheit von Wölfen im Fläming nördlich und östlich von Coswig. Im Verlauf des Jahres 2012 verdichteten sich die Hinweise und wurden zunehmend konkreter. So gab es z.B. Sichtungen von mehreren Tieren, unter anderem von Jungtieren, die aber nicht mit Fotos dokumentiert werden konnten. Nachdem bei einer gemeinsamen Begehung von Mitarbeitern des Forstreviers Göritz, lokalen Jägern sowie einem Vertreter des Landesamtes für Umweltschutz Spuren von mehreren Tiere bestätigt wurden, installierte das Landesamt für Umweltschutz im Januar 2013 Fotofallen.

Bereits nach weniger als 3 Wochen waren diese Kameras erfolgreich. Auf einem Foto vom 3. Februar 2013 lief ein Rudel mit wenigstens 7 Tieren ins Bild. Zwar ist das Alter der Tiere nicht genau festzustellen, die wahrscheinlichste Erklärung ist jedoch, dass es sich um ein Rudel mit Elterntieren und Welpen des letzten Jahres handelt. Dieser Schluss wird auch durch die Beobachtungen von Jungwölfen im Jahr 2012 gestützt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass es bereits im Jahr 2011 zu einer Reproduktion kam und somit auch Wolfsjährlinge im Rudel sind. Möglicherweise können genetische Proben künftig hierzu, wie auch zur Herkunft der Elterntiere, Kenntnisse erbringen.

Der Umfang und die Regelmäßigkeit der Hinweise sprechen dafür, dass sich das Rudel kontinuierlich im Gebiet aufhält und dass es sich nicht um Tiere aus dem 20 km entfernten Truppenübungsplatz Altengrabow handelt. Die Ansiedlung eines neuen Rudels in dieser Entfernung von einem bestehenden Wolfsterritorium entspricht den Erfahrungen aus der Lausitz, wo es mittlerweile mehr als 10 überwiegend aneinander grenzende Wolfsterritorien gibt. Mit einer ähnlichen Entwicklung im Fläming mit seinen ausgedehnten, relativ ungestörten und wildreichen Wäldern ist zu rechnen. Neu für Sachsen-Anhalt ist, dass erstmals eine territoriale Ansiedlung außerhalb militärischer Übungsflächen stattfand.

Das Monitoring soll in Kooperation von Landesamt für Umweltschutz, Landesforstbetrieb sowie lokaler Jägerschaft fortgesetzt werden. Eine Zusammenarbeit mit dem Wolfsbetreuer des Landkreises Potsdam-Mittelmark im angrenzenden Brandenburg wurde aufgenommen. Vordringliche Aufgaben sind jetzt die genauere Eingrenzung des Streifgebietes, die individuelle genetische Identifizierung und Herkunftsbestimmung sowie die Feststellung einer eventuellen Welpenaufzucht im Jahr 2013.

Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt

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