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Jörn Ripken, Vorstand Thüringen Forst, Matthias Laufer, Geschäftsleiter der FriedWald GmbH und Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl (von links) pflanzen den Eröffnungsbaum.

Zweiter Friedwald Thüringens eröffnet

Dort, wo sie sich zu Lebzeiten schon wohlfühlen, wollen immer mehr Menschen die letzte Ruhe finden: im Wald. Dies geht nun auch oberhalb von Rudolstadt im FriedWald Rudolstädter Hain. Seit Anfang Oktober 2020 sind hier Bestattungen möglich. Der Friedwald Rudolstädter Hain ist somit der zweite Friedwald Thüringens.

Seit Anfang Oktober 2020 sind im Friedwald Rudolstädter Hain Bestattungen möglich. Auf einer Fläche von 26 ha kann die Asche Verstorbener in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt werden. In dem Mischwald stehen ältere Buchen und jüngere Eichen, vereinzelt auch Ahorne und Kiefern als Baumgrabstätten zur Auswahl.

Friedwald hat Daseinsberechtigung

„Es ist Ausdruck eines selbstbestimmten Lebens, auch entscheiden zu können, wie die letzte Ruhestätte aussehen soll. Ein Friedhof kann also viele Gesichter haben“, sagt Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl. Die Stadt habe sich deswegen entschlossen, gemeinsam mit ThüringenForst und der FriedWald GmbH den FriedWald Rudolstädter Hain einzurichten. „Dieser Friedhof im Wald hat seine Daseinsberechtigung, wie der Hauptfriedhof und die Ortsteil-Friedhöfe. Friedhöfe sollen den Menschen Halt geben und einen Ort, wo sie ihrer Verstorbenen gedenken können.“ Das sei auch bei dem neuen FriedWald mit seinem Andachtsplatz und der tröstlichen Waldatmosphäre gelungen.

Der Rudolstädter Hain dient nun 99 Jahre als Ort der letzten Ruhe

„Bei Thüringen Forst steht die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft Wald im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Ziel unserer Bewirtschaftung sind vitale und stabile Mischwälder“, sagt Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. „Den Wald dieser Bestimmung als Ort der letzten Ruhe zuzuführen, passt sehr gut zu unserem Anspruch. Es wird für uns selbst und auch für unsere Nachfolger spannend sein, zu beobachten, wie sich der Wald entwickeln wird.“ Mit der Widmung als Friedhof wird der Wald für 99 Jahre geschützt.

So lange können die Bestattungsbäume hier weiterwachsen, altern und damit das Waldbild natürlich verändern.„Als wir vor zwei Jahren den ersten FriedWald Thüringens im Weimarer Land eröffnet haben, lag ein langer Weg hinter uns“, erinnert sich Matthias Laufer, Geschäftsleiter der FriedWald GmbH. „Die positive Entwicklung dort hat gezeigt: Die Menschen wollen zurück zur Natur, schätzen die positive Wirkung des Waldes auf ihre Psyche und erleben gerade die Möglichkeit der Vorsorge bei FriedWald als besonders befreiend“.

Man kann selbst den Baum wählen

In dem Bestattungswald ist es möglich, schon zu Lebzeiten den eigenen Baum für die letzte Ruhe auszuwählen. Etwa 40 % der Menschen, die sich bereits für einen Platz im FriedWald entschieden haben, taten dies in Vorsorge. „Zu wissen, dass die letzten Angelegenheiten geregelt sind und man den Angehörigen keine offenen Fragen hinterlässt, ist für viele ein beruhigender Gedanke“, sagt Laufer.

Mit den FriedWald-Förstern zur Waldführung

Der erste Schritt in Sachen Vorsorge ist dabei meist die Teilnahme an einer kostenlosen Waldführung. Auch Menschen, die den FriedWald Rudolstädter Hain kennenlernen möchten, haben dazu regelmäßig Gelegenheit. An ein bis zwei Samstagen pro Monat geht es mit den FriedWald-Förstern bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den Wald. Dabei erklären sie alles Wissenswerte zu FriedWald und beantworten Fragen rund um die Bestattung in der Natur. Die nächsten Waldführungstermine, weitere Informationen und Anmeldung unter Tel.: 06155 848-100 oder im Internet.

 

Infos zum Friedwald Rudolstädter Hain gibt es hier. 

2001 wurde der erste Friedwald in Deutschland eröffnet. Lesen Sie hierzu einen eigenen Beitrag. 

Quelle: ThüringenForst

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