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Zustand des niedersächsischen Waldes 2010

Zustand des niedersächsischen Waldes 2010

Niedersachsens Forstministerin Astrid Grotelüschen stellte am 2. Dezember der Öffentlichkeit den diesjährigen Waldzustandsbericht vor. „Vom Waldsterben redet heute niemand mehr, denn der Kronenzustand unserer Bäume hat sich stabilisiert“, gab Grotelüschen Entwarnung. Seit Jahren liegen die Verlichtungen der Baumkronen landesweit auf annähernd gleichem Niveau. Das können alle bestätigen, die mit offenen Augen durch den Wald gehen.“
 

Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Niedersachsen beträgt in diesem Jahr 16 %.

Nachdem die Kronenverlichtungswerte in den Erhebungsjahren bis 1996 angestiegen waren, liegen sie seit 1997 in einem Bereich zwischen 13 % und 16 %. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere Kronenverlichtung der über 60jährigen Waldbestände liegt mit 21 % mehr als doppelt so hoch wie die der jüngeren Waldbestände (9 %). Die Absterberate (alle Bäume, alle Alter) liegt im Mittel der Zeitreihe bei 0,1 % und damit auf einem insgesamt sehr geringen Niveau. Der Anteil starker Schäden liegt seit Jahren konstant bei 1 % der Waldfläche und damit insgesamt auf einem geringen Niveau.
 
Die Forstwissenschaftler beobachten jedoch sehr sorgfältig die Entwicklung der Temperaturen im Sommer- wie im Winterhalbjahr. Seit Ende der Achtzigerjahre registrieren sie eine deutliche Tendenz zur Erwärmung. „Wir müssen den Blick nach vorne richten und unsere Wälder fit machen für mögliche Klimaänderungen“, sagte Grotelüschen.
Neben dem klimagerechten Waldumbau ist die Kalkung der Waldböden gegen die Versauerung eine bewährte Maßnahme. Das Verblasen oder Verstreuen von mild wirkendem kohlen- oder kieselsaurem Kalk trägt zur Stabilisierung der komplexen chemischen Vorgänge im Boden bei und versorgt ihn mit lebenswichtigem Magnesium und Kalzium. Beide Mineralien sind in vielen Waldböden Mangelware. „Ich appelliere an alle Waldbesitzer, die Kalkung standortangepasst fortzuführen und die Fördermöglichkeiten des Landes in Anspruch zu nehmen“, führte Grotelüschen aus.
Grundlage des jährlichen Waldzustandsberichtes sind die Bodenzustandserhebung und die Waldzustandserhebung. Beide liegen in Händen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen. Die NW-FVA forscht und berät praxisorientiert alle Waldbesitzer in Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und demnächst auch in Schleswig-Holstein.
Der 32seitige Waldzustandsbericht und das Kalkungsmerkblatt sind hier kostenlos abrufbar: Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium
 
MELVL

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