ABO
Titelseite des Waldzustandsberichtes 2013. Quelle: BMEL

Zustand des deutschen Waldes hat sich 2013 weiter verbessert

Der Zustand des Waldes in Deutschland hat sich im Jahr 2013 weiter verbessert. Das ist das Ergebnis der jüngsten Waldzustandserhebung, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 10. März 2014 in Berlin veröffentlicht hat. Bei Buchen, Fichten und Eichen wurden Verbesserungen der Baumgesundheit festgestellt. Die stärksten Schäden weisen nach wie vor die Eichen auf. Aber ihr Zustand hat sich im Jahr 2013 am stärksten verbessert.
Mit der Waldzustandserhebung wird jedes Jahr der Zustand des deutschen Waldes bewertet. Als Indikator für den Zustand des Waldes dient den Förstern die Bewertung der Baumkrone. Die Abweichung von einem voll benadelten oder voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art wird als Kronenverlichtung bezeichnet und in mehreren Stufen ermittelt. Die Schadstufen 2, 3 und 4 werden der Kategorie „deutliche Kronenverlichtungen“ zugeordnet. Das entspricht einer Kronenverlichtung von mehr als 25 %. Schadstufe 1 mit Kronenverlichtungen zwischen 11 und 25 % gilt als Warnstufe. Schadstufe 0 umfasst alle Bäume mit bis zu 10 % Kronenverlichtung. Die mittlere Kronenverlichtung ist der Mittelwert aller untersuchten Bäume.
Aus den Ergebnissen für das Jahr 2013

Im Jahr 2013 haben insgesamt 38 % der Waldfläche keine Schäden an den Baumkronen. 39 % der Bäume weisen leichte Schäden auf und der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen ist von 25 % im Jahr 2012 auf nun 23 % gesunken. Im Durchschnitt hat sich die Kronenverlichtung von 19,2 auf 18,8 % weiter vermindert.
Bei den in Deutschland am häufigsten vorkommenden Baumarten ergaben sich im Einzelnen folgende Entwicklungen:
• Fichte. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen beträgt 24 %, was einer Verbesserung um 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf die Warnstufe entfallen 38 % (2012: 35 %). Ohne Verlichtung waren unverändert 38 %. Die mittlere Kronenverlichtung hat sich von 19,3 % auf 18,8 % verringert.
• Kiefer. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen beträgt unverändert 11 %. Auf die Warnstufe entfallen 42 % (2012: 39 %). Ohne Kronenverlichtung waren 47 % (2012: 50 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 14,5 % auf 15,1 % gestiegen. Dennoch ist der Zustand der Kiefern besser als bei den anderen Baumarten.
• Buche. Die Erholung der Buche hat sich fortgesetzt. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen hat sich von 38 % auf 35 % weiter verringert. Auf die Warnstufe entfallen 42 % (2012: 40 %). Der Anteil ohne Verlichtung liegt nahezu unverändert bei 23 % (2012: 22 %). Die mittlere Kronenverlichtung sank von 24,3 auf 23,7 %.
• Eiche. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 50 % auf 42 % gesunken. Auf die Warnstufe entfallen 39 % (2012: 33 %). Ohne Verlichtung waren 2013 bei der Eiche 19 % (2012: 17 %). Die mittlere Kronenverlichtung beträgt 27 % (2012: 29,4 %). Trotz der Verbesserungen bleibt die Eiche die am stärksten verlichtete Baumart in deutschen Wäldern. Vor allem setzen ihr durch verschiedene Schmetterlingsraupen verursachte Fraßschäden zu, auf die oft Mehltaubefall am neuen Austrieb folgt.
Wald in Deutschland
Rund ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,1 Mio. ha). Die häufigsten Baumarten sind Fichte (28 %) und Kiefer (24 %), gefolgt von Buche (15 %) und Eiche (10 %). Alle vier Baumarten nehmen zusammen rund drei Viertel der Waldfläche ein.
Der Waldzustand wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Hierzu gehören Baumalter, Veranlagung, Bewirtschaftung, Standortfaktoren, Schadorganismen, Eintrag von Luftschadstoffen und anderes. Die Klimaänderung führt zu zusätzlichen Risiken für den Wald.
Der Waldzustand wird seit 1984 basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben jährlich in den Monaten Juli und August von den Bundesländern erhoben. Als Indikator für den Waldzustand dient der Kronenzustand. Die erhobenen Daten werden von den Bundesländern an das Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts übermittelt und dort im Auftrag des BMEL ausgewertet. Durch die regelmäßigen Stichprobenerhebungen können Veränderungen des Kronenzustands erkannt und Risiken bewertet werden. Die Informationen sind eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes.
 

Weitere Informationen sowie die Ergebnisse der einzelnen Bundesländer

 
BMEL
Titelseite des Waldzustandsberichtes 2013. Quelle: BMEL Entwicklung der Schadstufen seit 1984 über alle Baumarten. Quelle: BMEL

Auch interessant

von