ABO
Zur Lage der Furnierwirtschaft

Zur Lage der Furnierwirtschaft

Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer der Initiative Furnier + Natur e.V., blickte anlässlich des 4. Adventlichen Furniergesprächs am 2. Dezember 2015 in Hamburg auf das Jahr 2015 zurück und erwartet ein Comeback des „wunderbaren Werkstoffs“ Furnier.

Gleichzeitig spricht sich die Furnierwirtschaft gegen jede Art inakzeptabler Praktiken zur Rodung von Wäldern und zur Gewinnung von Holz aus. Sie lehnt ausdrücklich den illegalen Einschlag, Holz aus schützenswerten Waldgebieten, Holz von gentechnisch veränderten Bäumen, Holz aus Waldumwandlungen und natürlich Menschenrechtsverletzungen in der Forst- und Holzwirtschaft ab.
Erfreulich sei, dass das Holzsicherungsgesetz erste Früchte trägt: Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, geht hervor, dass sich der Anteil an illegalem Holz auf dem deutschen Markt verringert hat. So habe die Anzahl der vom Holzhandel gesandten Stichproben zugenommen und gleichzeitig die Anzahl der Falschdeklarationen abgenommen. Die IFN sieht sich angesichts dieser Entwicklung darin bestätigt, dass die Unternehmen der deutschen Furnierwirtschaft gewissenhaft ihrer gesetzlichen Sorgfaltspflicht nachkommen.
Das Bewusstsein für Furnier steigern
Die Kampagne „Furniergeschichten“, die im Juli 2014 angetreten ist, um Aufmerksamkeit für Furnier bei Meinungsführern und Multiplikatoren zu schaffen und Furnier als zukunftsfähiges Material zu positionieren, läuft erfolgreich auf Facebook, im youtube-Kanal und auf der Website www.furnier.de; hier wurden seit eineinhalb Jahren leicht mehr als 50.000 Nutzer gezählt.
Durch die erweiterten Werbemöglichkeiten ist es 2016 möglich, mehr Maßnahmen einzurichten und die Seiten bekannter zu machen. Insgesamt werden die bisherigen und alle weiteren Maßnahmen deutlich dazu beitragen, das Bewusstsein für Furnier zu steigern.
Die Wirtschaftslage – unsere Herausforderung
In den letzten beiden Jahrzehnten ist der deutsche Furniermarkt durch dramatische Einbrüche in der Produktion, im Export und auch im Import gekennzeichnet. Von 1995 bis 2014 reduzierte sich das Marktvolumen von über 300 Mio. € auf inzwischen nur noch 48 Mio. € und damit wieder um rund 15 % weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum ging die inländische Produktion auf 62 Mio. € zurück, die Exporte auf 133 Mio. € und die Importe auf 120 Mio. €.
Deutschland entwickelte sich in den letzten beiden Jahrzehnten von einem starken Furnierproduzenten zu einer Handelsdrehscheibe für Furnier. Der größte Teil der deutschen Furniere wird inzwischen nicht mehr in Deutschland selbst produziert, sondern aus dem Ausland importiert. Aktuell produzieren nur noch fünf Unternehmen in Deutschland.
Importe und Exporte. Im Jahr 2014 importierte Deutschland Furnierblätter im Wert von 120 Mio. € aus dem Ausland, was einem Rückgang um 3,7 % zum Vorjahr entspricht. Die wichtigsten Lieferländer waren die USA mit 17,9 Mio. €, Polen mit 11,4 Mio. € und Italien mit 10 Mio. €. Gleichzeitig wurden große Furniermengen wieder ausgeführt, der Exportwert stiegt im Jahr 2014 um 2,2 % auf 133 Mio. €. Zu den wichtigsten Exportmärkten gehörten die USA mit 15,4 Mio. €, Italien mit 10,9 Mio. € und Österreich mit 10,1 Mio. €.
Absatzmärkte. Zu den wichtigsten Absatzmärkten der Furnierindustrie gehören die Möbelindustrie, die Hersteller von Bauelementen wie Türen, Kanten, Leisten und Paneelen sowie der Yacht-, Automobil- und Flugzeugbau. Innerhalb der Kundenstruktur dominieren die Abnehmer aus der Industrie mit über der Hälfte der Abnahmemenge, gefolgt vom Holzhandel, dem Innenausbau, den Tischlern und den Schreinern.
Die Initiative Furnier + Natur ist ein internationaler Verein, der neben deutschen ordentlichen Mitgliedern (14) auch österreichische (7) und schweizerische (3) Mitglieder hat, sowie derzeit jeweils ein Mitglied aus der Slowakei (1), aus Slowenien (1) und aus Frankreich (1). Außerdem gehören der IFN Fördermitglieder (16) an.
IFN/Red.

Auch interessant

von