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Zur Lage der deutschen Furnierbranche

Zur Lage der deutschen Furnierbranche

Von mehr als 128,3 Mio. € Umsatz im Jahr 2008 fiel die Furnierproduktion in Deutschland zuletzt Jahr für Jahr auf nur noch 62 Mio. € Umsatz im Jahr 2014. Vor allem der Direktdruck auf Holzwerkstoffe und vergleichsweise preisgünstige Dekorfolien laufen dem natürlichen Oberflächenmaterial zunehmend den Rang ab und drängen es in eine Nische. Deren Abnehmer kennzeichnen sich als zunehmend wohlhabend, naturbewusst und individuell.
Um als Furnierhersteller dennoch wirtschaftsfähig zu bleiben – einige Unternehmen haben im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden müssen – verlagern sie ihre Produktion daher zumindest teilweise ins kostengünstigere Ausland.
 
Marktvolumen sinkt
Die Folge ist auch ein Strukturwandel am deutschen Markt: das hiesige Marktvolumen sinkt deutlich, während der Außenhandel, also Im- und Export, geringere Einbußen zu verzeichnen hat. Im Jahr 2014 büßte der Markt ein Volumen von 27,2 % im Vergleich zum Vorjahr ein, während die Importe nur um 3,7 % zurückgingen und die Exporte am Jahresende gar mit einem Plus von 2,2 % gegenüber 2013 zu Buche standen.
Die Entwicklung des Produktionsstandorts Deutschland hin zu einer Handelsdrehscheibe zeichnet sich ab, ebenso in weiten Teilen des europäischen Auslands. Furnier wird nicht nur hierzulande zunehmend zum Nischenprodukt.
Volles Haus bei der Mitgliederversammlung in Bad Honnef
Trotz oder gerade aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der Furnierbranche, folgten zahlreiche Mitgliedsunternehmen der Einladung der Initiative Furnier+Natur (IFN) e.V. mit dem Vorsitzenden Axel Groh und Geschäftsführer Dirk-Uwe Klaas nach Bad Honnef. 16 der 27 ordentlichen sowie sieben der 16 fördernden Mitglieder zählte die Versammlung, außerdem sechs potenzielle Neuanwärter auf eine IFN-Mitgliedschaft.
Prof. Veronika Kotradyova von der Architekturfakultät der Universität Bratislava stimmte alle mit einem Gastvortrag zur visuellen und haptischen Authentizität von Holz ins Thema ein, ehe die Experten aus der Geschäftsstelle das abgelaufene Jahr Revue passieren ließen und anstehende Projekte und Reformen zur Diskussion stellten.
Insbesondere in den Bereichen Marketing sowie Öffentlichkeitsarbeit wies die IFN zuletzt Erfolge für die Furnierbranche auf. So war die Bad Honnefer Geschäftsstelle in den vergangenen vier Jahren für eine themenspezifische Druckauflage von 50 Mio. Fachbeiträgen in Printmedien verantwortlich. Auf der Internationalen Möbel-Zulieferermesse interzum, die im Mai 2015 in Köln stattfand, warb die IFN mit einem sehr erfolgreichen Messestand für die Branche. Nicht zuletzt entwickelte sich das Projekt „Furniergeschichten.de“ mit seinen acht Filmbeiträgen in den vergangenen Monaten mit knapp 45.000 Aufrufen auf Youtube, 1.800 Fans und 165.000 Zugriffen auf Facebook sowie 30.000 Besuchern der Internetseite schnell zu einer Erfolgsgeschichte.
Furnier – ein nachhaltiges Naturprodukt
 
Neben dem darin vermittelten Fokus auf die Individualität des natürlichen Werkstoffes, wird außerdem eine Positionierung des Furniers als nachhaltiges Naturprodukt angestrebt. „Wir müssen uns den Herausforderungen am Markt gemeinsam stellen, um unsere Nische zu erhalten“, sagte Groh. Seine Marschroute für die Zukunft lautet: „Wir sind immer noch da: Furnier ist nach wie vor modern. Anstatt gegen unser Nischendasein anzukämpfen, sehen wir darin die Chance uns gezielt am Markt zu positionieren.“
Die IFN wappnet sich für 2016
Abschließend wurde für das kommende Geschäftsjahr eine Erhöhung des Mindestbeitrags auf 2.500 € pro Unternehmen einstimmig beschlossen. Diese gilt nach einer ebenfalls einstimmigen Satzungsänderung auch für derzeitige Fördermitglieder. Es gilt, langfristig handlungsfähig zu bleiben. Die Initiative Furnier + Natur betreut ihre Mitgliedsunternehmen in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Technik und Normung sowie Wirtschaft und Tarifpolitik. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 15. Juni 2016 statt.
 

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IFN/FT

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