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Zum Weltgesundheitstag: Gesundheit tanken im Heil- und Kurort Wald

Zum Weltgesundheitstag: Gesundheit tanken im Heil- und Kurort Wald

Die Deutschen haben bekanntlich ein sehr intensives Verhältnis zum Wald: zwei von drei gehen laut Umfragen regelmäßig in den Wald, weil sie dort Ruhe, frische Luft, Naturbegegnung und ein gesundheitsförderndes Klima suchen und finden.
Dies wäre ohne eine nachhaltige Forstwirtschaft nicht möglich, denn erst durch den Bau von Wegen zur Bewirtschaftung wird der Wald überhaupt erst begehbar.
Der Wald befriedigt dabei grundlegende psychische, physische und soziale Bedürfnisse, die sich wiederum positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken.
Welchen gesundheitlichen Gewinn bringt der Waldspaziergang konkret?
Immunstimulierende Wirkung. Spazierengehen im Wald fördert laut Studien sowohl die Entstehung verschiedener Anti-Krebs-Proteine als auch die Bildung hoher Mengen natürlicher Killerzellen (NK-Zellen), die als wichtige Zellen des angeborenen Immunsystems Krebszellen aufspüren und eliminieren können. Die Waldflora bildet sogenannte Phytonzide, mit denen sie sich vor Bakterien und Insekten schützt. Wenn der Waldbesucher diese pflanzeneigenen Wirkstoffe einatmet, führt dies zu einer deutlichen Vermehrung und Aktivierung der NK-Zellen im Blut.
Blutdrucksenkende Effekte. „Wald“-Mediziner haben bei Waldspaziergängern ebenfalls eine wohltuende Senkung des Blutdrucks und Puls sowie von Stresshormonen ausgemacht. Kreislauf und Kalorienverbrauch werden aktiviert. Arterienverkalkung wird vorgebeugt und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall gesenkt. Vor allem aber führen die facettenreichen Sinneseindrücke im Wald zu Beruhigung und Stressabbau. Dabei sind das Sehen, Riechen, Fühlen und Empfinden sowie gegebenenfalls auch Schmecken (von Waldfrüchten und Kräutern) immer wieder beeindruckend neu. Barfußpfade, Kneipp-Becken und ähnliches können die Sensibilisierung noch steigern.
Kräutervielfalt aus der „Wald-Apotheke“. Seit langem bekannt ist die Heilwirkung vieler im Wald wachsender Wildpflanzen, Früchte und Pilze. Wirkstoffe wie das Salicin aus der Weidenrinde führten beispielsweise zur Entwicklung von Aspirin. Die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten der Waldpflanzen, die im Gegensatz zu „Supermarkt-Kräutern“ noch die wertvollen natürlichen Bitterstoffe enthalten, sind breit. Efeu, Schlüsselblume und Lungenkraut füllen gemeinsam mit Waldmeister, Himbeere und Brombeere sowie Misteln und Spitzwegerich ungezählte Ratgeberbücher. Ganz wichtig: Achten Sie immer auf Hinweise, die vor giftigen Doppelgängern warnen und auf die Gefahr des Fuchsbandwurmes aufmerksam machen.
Neu in Deutschland: Gesundheits- und Erholungswälder
In Japan gibt es seit einigen Jahren eine neue Therapie-Bewegung: „Shinrin Yoku“, zu Deutsch „Waldbaden“. Aber nicht nur in Japan entstehen Wälder, die der Gesundheit und Erholung gewidmet sind.
In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung 2011 ermöglicht, dass Waldbesitzer ihr Eigentum als Kur- oder Gesundheitswälder ausweisen können – ein Novum in Deutschland.
Seit diesem Jahr gibt es auch den ersten zertifizierten Erholungswald in Deutschland: den Augsburger Stadtwald. Die Waldzertifizierungsorganisation PEFC kürte ihn mit diesem Titel, weil die Erholungsmöglichkeiten und Infrastruktur modernsten Maßstäben entsprechen und er pro Jahr rund vier Millionen Besucher anlockt. 
Monetäre Nutzen der Erholungsleistung des Waldes
Die Erholungsleistung des Waldes ist kaum in Zahlen bewertbar. Dennoch wird der monetäre Nutzen der Erholungsleistung des Waldes im letzten Waldbericht der Bundesregierung mit durchschnittlich 50 € pro Besucher angegeben. Insgesamt liegt der Wert der wohnortnahen Erholungsleistung des Waldes bei über 2,5 Mrd. €.
Als besonders wertvoll gilt der Faktor „klare Luft“. Dies wird durch die starke Bindungsleistung ersichtlich, die der Wald hat. Sie liegt jährlich bei 30 bis 68 t Staub aus der Luft. So befinden sich in einem Liter Waldluft nur wenige tausend Staubteilchen, während in einem Liter Stadtluft fast eine halbe Million Staubteilchen zu finden sind.
 

  

Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, meint:
„Die Gesundheitsfunktionen des Waldes bekommen eine immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung trägt dazu dabei den Gesundheits- und Erholungseffekt in allen unseren Lebensbereichen immens zu steigern. Ein bewirtschafteter Wald liefert uns das Ökomaterial Holz, regenerative Energie, sauberes Trinkwasser und vieles mehr. Die Wälder sind zu schade und wertvoll, um sie als wilde Nationalparks dem Verfall zu überlassen. Nur eine nachhaltige Forstwirtschaft steigert ihren Wert und motiviert die Menschen überall auf der Welt, sie konsequent zu erhalten.“
AGDW – Die Waldeigentümer

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