Holzindustrie, -verbände

Zum nachhaltigen Wohl: Bierflasche aus Holzfasern

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

In ihrem bisher größten Pilotprojekt bringt die dänische Carlsberg Group versuchsweise eine neue Bierflasche aus Holzfasern auf den Markt. Damit biete man erstmals eine biobasierte und vollständig recycelbare Bierflasche an, erklärt das Unternehmen.

Insgesamt 8.000 Holzfaser-Flaschen testet Carlsberg in acht europäischen Ländern: Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Polen, Deutschland und Frankreich. Die Flaschen werden durch ausgewählte Festivals und Veranstaltungen sowie gezielte Produktproben in die Hände von Kunden und Verbrauchern gebracht.

Pflanzenbasierter Kunststoff PEF als Innenwand

Ein Meilenstein für die Faserflasche sei ihre pflanzliche Polymerauskleidung aus Polyethylenfuranoat (PEF), die von Carlsbergs Partner Avantium, einem führenden Experten für erneuerbare Chemie, entwickelt wurde. PEF werde vollständig aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, sei mit Kunststoffrecyclingsystemen kompatibel und könne in die Natur abgebaut werden, sollte es außerhalb der nationalen Recyclingsysteme landen.

Als hochwirksame Barriere zwischen dem Bier und der Faseraußenhülle schütze PEF das Bier sogar besser als herkömmlicher PET-Kunststoff auf Basis fossiler Brennstoffe.

Außenhülle aus Holzfasern

Die Außenhülle der Flasche des Verpackungsunternehmens Paboco besteht aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern und ist ebenfalls biobasiert. Diese Hülle habe den zusätzlichen Vorteil isolierender Eigenschaften, die helfen können, Bier im Vergleich zu Dosen oder Glasflaschen länger kühl zu halten.

Die Flasche sei zu 100 % biobasiert, abgesehen vom Verschluss, der derzeit zur Gewährleistung der Produktqualität benötigt werde. Flasche und Verschluss seien jedoch vollständig recycelbar. In Zukunft wollen Paboco, Carlsberg und Partner alternative Flaschenverschlüsse auf Faserbasis erforschen, wobei eine generische Lösung für 2023 erwartet wird.

Weitere Verbesserungen angestrebt

Die jetzige Generation 2.0 der Faserflasche schneidet laut Carlsberg in der Ökobilanz bereits besser ab als die Einweg-Glasflasche. Ziel für die nächste Generation 3.0 sei es, dass die Faserflasche bis zu 80 % weniger Emissionen verursacht als aktuelle Einweg-Glasflaschen.

Letztendlich strebe man an, dass die Faserflasche den gleichen niedrigen CO2-Fußabdruck erreicht wie die nachfüllbare Glasflasche, die derzeit die leistungsstärkste Primärverpackung sei, wenn sie in effizienten Systemen gesammelt und wiederverwendet werde.

Quelle: Carlsberg Group