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Zum Holzmarkt im Juni 2018

An der Marktlage hat sich lt. holzmarktinfo.de im Juni kaum etwas geändert: Angesichts einer drohenden Borkenkäferkalamität in Verbindung mit dem hohen Rundholzangebot aus Windwurfaufarbeitung und Käfervorsorge sind die Abnehmer kaum bereit, die von den Waldbesitzern geforderten Preise für das Rundholz zu bezahlen.

Die Verträge aus dem ersten Halbjahr sind nun vielfach ausgelaufen. Einzelne Anschlussverträge für das zweite Halbjahr kamen bislang zwar zustande, doch sind etliche Anbieter noch immer in Verhandlung. Teils wurden bestehende Verträge um wenige Wochen verlängert, um wenigstens eine rechtliche Grundlage für die Lieferungen an die Sägeindustrie zu haben. Die Preise haben bei einem solchen Vorgehen allerdings deutlich nachgegeben und auch für die Abschlüsse zur Lieferung im zweiten Halbjahr sind deutliche Preiszugeständnisse zu erwarten.

Die Nachfrage nach Fichtenstammholz ist auch zur Jahresmitte bundesweit recht gering. Die Zufuhr zu den Werken ist häufig verstopft, gleichzeitig kämpfen sowohl Anbieter als auch Abnehmer von Fichtenstammholz um Frachtkapazitäten. In den Schwerpunktregionen der Windwürfe reicht die Preisspanne derzeit von knapp unter 70 €/Fm bis Mitte 70 €/Fm. Manche Abnehmer bieten lediglich Dumpingpreise. In weniger von den Sturmwürfen betroffenen Gebieten sind auch Preise über 80 €/Fm, für Frischholz vereinzelt auch über 90 €/Fm erzielbar. Der Einschlag von Frischholz wird tunlichst vermieden, vertraglich nicht gebundene Mengen sind nur mit größeren Abschlägen am Markt zu platzieren. Für die kommenden Wochen ist mit einem höheren Stehendbefall mit Borkenkäfern zu rechnen. Nadelpalettenholz wird noch immer rege nachgefragt.

Die Nachfrage nach Kiefernstammholz wurde durch das hohe Fichtenangebot deutlich in Mitleidenschaft gezogen, auch die erzielbaren bzw. gebotenen Preise sind spürbar gesunken. Für Buche und Eiche scheinen sich erst Zeichen einer Belebung anzukündigen. Laut Prognosen der HMI-Testteilnehmer wird die Nachfrage nach Laubstammholz in den kommenden Monaten zumindest nicht weiter sinken. Für Eichenstammholz rechnen vereinzelt Meldebetriebe mit einer erneuten Marktbelebung und damit verbunden leicht anziehenden Preisen.

Das Einkaufsinteresse an Fichtenindustrieholz hat erneut kräftig nachgelassen und auch die Preise haben vereinzelt nachgegeben. Ausnahme bildet hier das Schleifholz. Für die kommenden Monate wird damit gerechnet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Zwischen den einzelnen Holzarten – bis auf Buche – bestehen hinsichtlich der Marktentwicklung bzw. den -prognosen kaum Unterschiede. Bei Buchenindustrieholz verspüren einige Marktteilnehmer eine wieder anziehende Nachfrage und rechnen daher damit, auch wieder etwas höhere Preise durchsetzen zu können. Möglicherweise ist diese Entwicklung aber auch ein Resultat aus der vergangenen Saison, als etliche Verträge aufgrund der Witterungsprobleme nicht oder nur unzureichend bedient werden konnten.

Energieholz ist derzeit kaum gefragt. Angesichts der Sturmholzmengen rechnen einige Marktteilnehmer damit, dass der hieraus resultierende Anfall zumindest in Teilen in die energetische Verwertung fließt.

HMI

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