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Das Thema der Bundestagung der ANW lautete:“ Wald – Lebensraum zwischen den Meeren. Unsere Verantwortung bei Wind, Wild und Wählern.“

ANW-Bundestagung 2018

Die Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft e. V. (ANW) nahm vom 7. bis 9. Juni 2018 in Husum aktuelle Waldthemen ins Visier. Das Thema der Tagung lautete: „Wald – Lebensraum zwischen den Meeren. Unsere Verantwortung bei Wind, Wild und Wählern.“

Durch heftigere und häufigere Windereignisse im Klimawandel ist Wald vielerorts in seiner Substanz gefährdet. Dr. Matthias Schmidt von der nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt stellte den rund 300 Waldpraktikern eine Windgefährdungskarte vor. Diese kann Grundlage sein für differenzierten Waldbau in Abhängigkeit der unterschiedlichen Gefährdungen.

Umbau zu strukturreichen Mischwäldern

Das wichtigste Mittel den Wald zu stabilisieren ist der Umbau von Laub- und Nadelholzmonokulturen zu strukturreichen Mischwäldern. Dipl. Ing. Christian Heute, Waldbesitzer, Jäger und Journalist veranschaulichte anhand von Bilder und Statistiken, dass überhöhte Schalenwildbestände auf großen Teilen der deutschen Waldfläche dieses Ziel „auffressen“ oder stark gefährden.

Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Georg Schirmbeck, bestätigte dies und sagte: „Ohne angepasste Wildbestände gibt es keinen Mischwald. Wir werden noch im Jahr 2018 mit der Bundesregierung das Thema anpacken!“ Die ANW stellte sich die Frage, warum sie mit ihren Themen in der Gesellschaft so wenig ankomme. Dr. Günter Dobler, Kommunikationswissenschaftler der TU München erklärte: „Ihr müsst einfach lernen, spannende Geschichten zu erzählen, die Menschen berühren. Nur euer Wissen zu vermitteln interessiert eigentlich nur euch selbst!“

„Mit den drei spannenden Vorträgen haben wir viel neuen Stoff zum Nachdenken bekommen, wie wir im Tagesgeschäft besser werden können!“, ergänzte Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der ANW. Und das sei die Stärke der Mitglieder der ANW: Zwar diskutieren sie gerne, aber nicht sehr lange, denn das praktische Umsetzen im Wald sei ihr wichtigstes Ziel.

Der Vorsitzende der ANW-Landesgruppe Schleswig-Holstein, Andreas Mylius, und sein Team hatten Exkursionen vorbereitet. Diese boten Beispiele, wie man mit Wald bei Wind, Wild und Wählern umgeht. Es bot sich insgesamt „ein rundes Programm mit 300 Teilnehmern in Aufbruchsstimmung“, so die ANW.

ANW
Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der ANW, erklärte: „Mit den drei spannenden Vorträgen haben wir viel neuen Stoff zum Nachdenken bekommen.“ Das Ziel einer der Exkusionen war die Försterei Süderlügum mit dem Schwerpunkt: „Tannengeprägte, naturgemäße Waldwirtschaft unter Starkwindeinfluß.“

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