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Waldarbeiter im Schwarzwald Foto: Patrick Seeger/dpa

Zufriedene Forstwirte

Junge Leute, die sich für den Beruf des Forstwirtes entscheiden, brechen ihre Ausbildung nur selten ab. Die Quote der aufgelösten Ausbildungsverträge schwankte in den Jahren 2010 bis 2013 zwischen 5,5 % und 8,2 % und betrug im Durchschnitt 7,1 %. Zu diesem Ergebniss kommt eine Studie, die der Verein zur Förderung der Land- und Forstarbeiter (VLF) in Kassel erstellt hat. Autor Wolfgang Kawollek hat darin untersucht, wie oft und warum Ausbildungsverträge in den grünen Berufen vorzeitig beendet werden. Die Ausbildung zum Forstwirt schneidet dabei im Vergleich sehr gut ab. In allen grünen Berufen betrug die Lösungsquote im Durchschnitt 21,4 %, beim Pferdewirt im schlechtesten Fall sogar 39 %. In allen dualen Ausbildungsgängen sind es 23,7 %.Eine Ursache dafür sieht die Studie in den guten Ausbildungsverhältnissen bei den staatlichen und kommunalen Forstbetrieben, die rund 90 % der Forstwirte ausbilden. Anders als viele private Ausbildungsbetriebe hat der öffentliche Dienst die Ausbildung vorbildlich geregelt. Es gibt hauptamtliche Ausbilder, welche die Ausbildungsinhalte umfassend vermitteln; außerdem werden die Bestimmungen zu Arbeitszeiten oder Ausbildungsvergütung eingehalten. In der Privatwirtschaft sind die Bedingungen dagegen nicht immer so gut. Ungünstige Arbeitszeiten, unbezahlte Überstunden, fachliche und pädagogische Mängel, ausbildungsfremde Tätigkeiten, Zeit- und Leistungsdruck werden unter anderen als Gründe für den Abbruch der Ausbildung genannt.Die Studie schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Abbrecherquoten zu senken. Von den Ausbildungsbetrieben fordert die Studie dabei die Sicherung einer guten Ausbildungsqualität und bei Problemen den rechtzeitigen Einsatz externer Ausbildungsberater. Die Attraktivität der grünen Berufe könne nicht allein mir Imagekampagnen und Hochglanzbroschüren erhöht werden. Grundsätzlich spiele auch die Höhe der Ausbildungsvergütung eine Rolle. Es sollte der Branche nicht einerlei sein, dass im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2013 auf folgendes hingewiesen wird: „Für Männer mit dualer Ausbildung sind die Berufsfelder Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Gartenbau (27 %) und Köche (22,2 %) mit einem besonders hohen Niedriglohnrisiko behaftet.“ Download der Studie unter: www.igbau.de/Binaries/Binary30427/RB_Untersuchung_Loesungsquote_Gruene_Berufe.pdf

Oliver Gabriel
Waldarbeiter im Schwarzwald Foto: Patrick Seeger/dpa Anteil der aufgelösten Ausbildungsverträge in den grünen Berufen im Zeitraum von 2009 bis 2013 Quelle: VLF

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