ABO
AGDW – Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland.

Zu Guttenberg: Ökologisch bewirtschaftete Wälder sind Pfeiler einer grünen Wirtschaft

Der AGDW-Präsident begrüßt das aktuelle Klimaschutzgutachten von BMEL-Beiräten. Die Treibhausgasemissionen wären ohne Cluster Forst und Holz um 14 % höher.

„Die nachhaltige Forstwirtschaft und die Holzverwendung spielen für den Klimaschutz in Deutschland eine wesentliche Rolle“, sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich des aktuellen Klimaschutzgutachtens, das der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz sowie der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) vor wenigen Tagen Minister Christian Schmidt übergeben haben.
  
In diesem Gutachten werden der Beitrag der Land- und Forstwirtschaft zum Klimaschutz bilanziert und Handlungsempfehlungen gegeben.
„Das Gutachten macht deutlich, dass die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, die Anpflanzung klimaresistenter Baumarten und der Einsatz von Holz anstelle von Beton oder Stahl entscheidende Maßnahmen für die kommenden Jahre sind“, so der AGDW-Präsident, der dieses Gutachten aus Sicht der Waldeigentümer ausdrücklich begrüßt.
Intention dieses Gutachtens ist es, den politischen Entscheidungsträgern Empfehlungen für einen effektiven und effizienten Klimaschutz in der Land-, Forst- und Holzwirtschaft sowie im Ernährungsbereich zu geben. Betrachtet wird der Zeitraum bis zum Jahr 2050.
Die Gutachter betonen die hohe Substitutionsleistung, die durch die Speicherung von Kohlenstoff in Wäldern und Holzprodukten erzielt wird. So wird der jährliche Beitrag zur Minderung von Treibhausgasemissionen durch Speicherungs- und Substitutionseffekte von Forstwirtschaft und Holzverwendung auf rund 127 Mio. t CO2 geschätzt. Ohne diese Speicherungseffekte „(…) und deren Substitutionsleistung wären gegenwärtig die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mehr als 14 Prozent höher als aktuell kalkuliert„, heißt es in dem Gutachten. „Diese Botschaft sollte die Umweltseite der Bundesregierung ernst nehmen und der nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder innerhalb des Klimaschutzes endlich einen Stellenwert einräumen“, sagte zu Guttenberg. „Produktive und ökologisch bewirtschaftete Wälder sind Pfeiler einer grünen Wirtschaft.“
Die Wälder in Deutschland sind sichtbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen: Wetterextreme wie Trockenheit, Orkane, starke Niederschläge setzen den Wäldern und ihren Eigentümern zu. Zentral ist daher aus Sicht des Präsidenten die Anpassung des Waldbaus an derartige Wetterextreme. So schließt er sich dem Gutachten an, das die Veränderung der Baumartenzusammensetzung als eine geeignete Maßnahme vorschlägt. Dazu zählt zum Beispiel die Anpflanzung der Douglasie. „Baumarten wie Douglasie oder Küstentanne müssen auf eine ‚weiße Liste‘“, forderte der AGDW-Präsident, „sie dürfen nicht länger als ‚nicht standortheimisch‘ abgestempelt und damit dem Waldbau entzogen werden.“
Auch macht das Gutachten deutlich, dass die Stilllegung von Wäldern negative Klimaschutzeffekte habe und „(…) der Nutzungsverzicht zu einer Reduktion der stofflichen und energetischen Substitution durch das geerntete und weiter verwendete Holz“ führe. Ein positiver Klimaschutzeffekt hingegen komme in der Phase des starken Vorratsaufbaus zustande. „Eine Herausnahme der Wälder aus Bewirtschaftung und Pflege ist durch und durch kontraproduktiv“, so der Präsident. Vor dem Hintergrund der globalen Klimaveränderungen forderte er bei diesen Themen eine ideologiefreie und offene Kommunikation. Zu Guttenberg: „Sonst steht die Umweltseite erneut ihren eigenen Zielen im Weg.“
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 

Das Klimaschutz-Gutachten zum Herunterladen (PDF, 8 MB)

 
AGDW – Die Waldeigentümer

Auch interessant

von