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Im Rahmen der Bergwaldoffensive werden Maßnahmen zur Stabilisierung und nachhaltigen Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel intensiviert und im Einklang mit den Zielen der Alpenkonvention umgesetzt.

Zehn Jahre Bergwaldoffensive: Eine Zwischenbilanz

Die vor zehn Jahren gestartete Bergwaldoffensive (BWO) hat die Wälder laut Michaela Kaniber im bayerischen Alpenraum deutlich widerstandsfähiger gegen den Klimawandel gemacht. Diese Zwischenbilanz zog die bayerische Forstministerin am 22. Juni 2018 am Immenstädter Horn.

Dort wurde 2008 das erste Projektgebiet ausgewiesen. Der Ministerin zufolge sind in den Privat- und Kommunalwäldern zwischen Lindau und Berchtesgaden in den vergangenen zehn Jahren rund 500.000 junge Bäumchen gepflanzt worden, um die Schutzwirkung des Bergwalds zu verbessern. Mehr als 800 ha klimatolerante und stabile Mischwälder sind so laut Kaniber entstanden. Zudem wurden in den mittlerweile 48 Projektgebieten naturverträglich 170 km Waldwege angelegt, um dauerhaft die Voraussetzungen für Schutz und Pflege der Wälder zu schaffen. 18 Mio € hat der Freistaat bislang für die BWO bereitgestellt. Für die Ministerin ist jeder Cent gut angelegt, denn: „Der Erhalt unserer Berg- und Schutzwälder ist unverzichtbare Zukunftsaufgabe und aktive Vorsorgepolitik für die Menschen im Alpenraum.“

Zu verdanken ist der Erfolg der Bergwaldoffensive nach Aussage Kanibers der intensiven Einbindung aller örtlichen Interessensgruppen. Dazu zählen die Waldbesitzer, Almbauern, Jäger, Kommunen und Verwaltungen bis zur Wirtschaft. „Durch enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist es gelungen, örtlich passende Strategien zum Schutz der Bergwälder zu erarbeiten und rasch umzusetzen“, sagte die Ministerin. Zuvor waren solche Vorhaben oft an kleinteiligen Besitzstrukturen, schwierigen Bodenverhältnissen, unklaren Grenzen und schlechter Erschließung gescheitert. Kaniber kündigte an, die von insgesamt zehn BWO-Fachkräften betreute Initiative konsequent weiterzuführen. „Die Bergwaldoffensive bleibt auch künftig ein Schwerpunkt bayerischer Forstpolitik“, so die Ministerin.

In den bayerischen Alpen gibt es rund 260 000 Hektar Bergwald, 120 000 ha davon befinden sich in privater und kommunaler Hand. Rund zwei Drittel der Bergwälder sind Schutzwald. Nach Ansicht von Experten wird sich der Klimawandel auf den Alpenraum besonders stark auswirken. Viele rechnen mit einer doppelt so hohen Erwärmung wie im Flachland und häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Felsstürzen und Murenabgängen.

Detailinfos zum Bergwald www.bergwald-offensive.de

StMELF

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