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Zecken als Hauptrisiko beim Waldbesuch

Zecken als Hauptrisiko beim Waldbesuch

Mit dem Frühjahr nimmt die Zahl der Waldbesucher wieder deutlich zu. Leider auch die Zahl der Zecken. Diese können für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen. Als Risikogebiete in Thüringen gelten insbesondere Süd- und Ostthüringen.

Durch die Berücksichtigung weniger unkomplizierter Hinweise lassen sich Erkrankungsrisiken deutlich minimieren, wie die Thüringer Landesforstanstalt informiert. Das größte Risikopotenzial beim Waldbesuch liegt bei den durch Zecken übertragenen Krankheiten. „Zecken sind ab einer Lufttemperatur von etwa 6 °C aktiv und verlassen den Boden, der zuvor als Winterquartier diente“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.
Speziell an der bakteriellen Borreliose erkrankten im letzten Jahr in Thüringen 333 Personen (2014: 388), teils schwer. Die Betroffenen zeigen anfänglich unspezifische Krankheitszeichen, ähnlich einer Grippe. Oft bleibt die Borreliose deshalb unerkannt, eine rechtzeitige Antibiotika-Behandlung wird versäumt. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragbare, deutlich seltenere Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), an der in Thüringen jährlich ein bis drei Personen erkranken, kann man sich hingegen impfen lassen.
Die in Thüringen bislang nur im Raum Jena vorkommende Auwaldzecke kann zusätzlich gefährliche Rickettsien übertragen.
Waldbesucher sollten sich schützen
Wichtig für den Waldbesucher: Waldwege nicht verlassen, Wiesenquerungen bei hohem Graswuchs meiden, ebenso Gebüsche und Unterholz. Die Zecken sitzen dort gern auf besonnten Gräsern und Zweigen vorwiegend in 30 bis 60 cm Höhe und lassen sich von einem Wirtstier oder eben auch dem Menschen im Vorbeigehen abstreifen. Ihr Opfer erkennen sie am Schweißgeruch. Deshalb umgehend nach einem Waldbesuch den Körper nach möglichem Zeckenbefall kontrollieren, insbesondere Kniekehlen, Leistenbereich und Nacken, bei Kindern den ganzen Körper.
Das Tragen heller, geschlossener Kleidung hilft, die dunkelbraunen Zecken frühzeitig zu erkennen bzw. abzuwehren. Das Tragen der Socken über der Hose ist beim Waldspaziergang ebenfalls ein probates Mittel, um der Zecke den Weg vom Kleidungsstück zur Haut zu verwehren.
Was tun im Fall der Fälle?
Der beste Schutz vor einer FSME-Erkrankung ist die vorsorgliche Impfung, der beste Schutz vor einer Borreliose ist das schnelle Entfernen der Zecke. In die Haut eingestochene und blutsaugende Zecken deshalb zügig, aber vorsichtig, mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte den Kopfbereich umfassend gerade aus der Haut ziehen. Gelingt dies nicht, weil sich die Zecke fest eingestochen hat, empfiehlt Gebhardt den Gang zur Notaufnahme in der Klinik, um sich die Zecke professionell entfernen zu lassen und sich einer ggf. erforderlichen Medikamentierung zu unterziehen. Hausmittelchen, wie Klebstoff oder Speiseöl auf die Zecke aufbringen, gelten unter Experten als völlig untauglich.
ThüringenForst

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