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WWF: Brasilien riskiert Wald- und Klimaschutz

Mit einer internationalen Online-Notrufaktion will der WWF die Reform des brasilianischen Waldschutzgesetzes und damit die Zerstörung von 76,5 Mio. ha Wald verhindern. „Während die Welt auf dem Klimagipfel in Durban noch über die Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die Abholzung der Wälder diskutiert, droht in Brasilien ein neuer gewaltiger Kahlschlag, der das Weltklima mit bis zu 28 Mrd. t CO2 zusätzlich aufheizen würde“, sagt WWF-Waldreferent Roberto Maldonado. „Brasilien riskiert mit dem geplanten Gesetz Wald- und Klimaschutz.“ Deshalb ruft der WWF dazu auf, unter emergencycallbrasilien.de eine Protest-E-Mail direkt an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zu richten. Sie kann mit ihrem Einsatz die Rodung des Regenwaldes noch stoppen. Für den 6. Dezember d.J. ist eine erste Gesetzes-Abstimmung im Senat angekündigt. 

Wird der Gesetzentwurf umgesetzt, würde dies laut WWF die Klimaschutzbemühungen in dem größten lateinamerikanischen Land weit zurückwerfen. „Auch die Verhandlungen über die Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch Waldzerstörung und Umwandlung (REDD+) werden durch das Gesetzesvorhaben untergraben“, warnt WWF Experte Carlos Rittl. Weltweit sind etwa 18 % des globalen Treibhausgasausstoßes auf die Zerstörung der Wälder zurückzuführen. Brasilien hat auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt, die jetzt wieder auf dem Spiel stehen. Das Land strebt an, seinen Treibhausgasausstoß bis 2020 um mindestens 36 % im Vergleich zur bisher prognostizierten Emissionsentwicklung zu reduzieren. Eine Reform der Waldgesetzgebung würde dieses Ziel ernsthaft gefährden.
 
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hatte im Wahlkampf angekündigt, „jede Gesetzesänderung zu verhindern, die illegale Rodungen gestattet oder eine Amnestie für Umweltkriminelle vorsieht“. Mit einem Veto käme die Präsidentin auch der vorherrschenden Meinung in der Bevölkerung entgegen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge lehnen 85 % der Brasilianer die Ausweitung von Nutzflächen auf Kosten des Regenwaldes ab.
 

WWF Deutschland

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