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Wolfsmanagement in Brandenburg: Miteinander von Mensch und Wolf organisieren

Wolfsmanagement in Brandenburg: Miteinander von Mensch und Wolf organisieren

Brandenburgs Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Anita Tack hat sich zum Wolfsmanagementplan positioniert: „Ziel des brandenburgischen Wolfsmanagements sind Prävention und Lösung der Konflikte, die mit der Rückkehr des Wolfes verbunden sind. Mit mehr Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit wollen wir mehr Akzeptanz und Verständnis für eine dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg erreichen, damit so das Vorkommen von Wölfen Normalität wird.“
Im Vordergrund des Wolfsmanagementplanes 2013 bis 2017 stehen Maßnahmen zu Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung. Die zentralen Konfliktfelder sind: Weidetierhaltung, Jagd und der Umgang mit auffälligen Wölfen. „Die Sicherheit von Menschen steht an erster Stelle“, so die Umweltministerin.
Der Wolfsmanagementplan befasst sich neben der Biologie und Ökologie der Wölfe in Brandenburg schwerpunktmäßig: mit dem bestehenden Konfliktpotenzial, mit Maßnahmen zur Schadensprävention und zum Schadensausgleich bei Weidetieren, dem Monitoring (Ausbreitungsverhalten, Anzahl von Rudeln und Individuen) und mit Maßnahmen, die bei verhaltensauffälligen Wölfen getroffen werden können. So wird das Ministerium die Einrichtung einer Herdenschutzstelle vorantreiben und eine Wolfsinformationsstelle einrichten. Darüber hinaus soll das bestehende Netz von ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten ausgebaut werden.
„Der jetzt vorliegende Managementplan ist im Konsens aller Beteiligten verabschiedet worden. Darüber hinaus gehende politische Forderungen wurden nicht unter den Teppich gekehrt, sondern in einem extra Kapitel aufgeführt“, sagte Tack und wies darauf hin, dass der Plan entsprechend aktueller Erfordernisse fortgeschrieben werde. Dabei werden die an der Erarbeitung des Planes Beteiligten einbezogen. In zwei Arbeitsgruppen sollen Detailfragen geklärt werden, die den Rahmen eines Managementplanes sprengen würden. Sie werden sich primär mit dem Verhältnis Wolf und Weidetiere und mit den Auswirkungen der Anwesenheit von Wölfen auf die Jagd befassen.
Tack bekräftigte, dass gewerbliche Tierhalter weiterhin einen Ausgleich für vom Wolf getötete oder verletzte Weidetiere erhalten werden. In den vergangenen sechs Jahren waren das 58.746,21 EUR. Auch für Präventionsmaßnahmen (Zäune, Herdenschutzhunde u.ä.) werden Fördermittel der EU-Kommision aus der ILE-Richtlinie bereitgestellt. Seit 2008 wurden Präventionsmaßnahmen in Höhe von 380.500 EUR gefördert.
Der Managementplan ist das Regelwerk für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Menschen und Wölfen. Er ist als Arbeitsauftrag an die Landesregierung zu verstehen und gibt generelle Empfehlungen und Handlungsanweisungen im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen.
Aktuell gehen die Behörden von neun Wolfsrudeln, einem Wolfspaar und einem territorialen Einzelwolf in Brandenburg aus. Hinzu kommen einzelne Wanderwölfe. Es wird geschätzt, dass im Land Brandenburg zurzeit 75 bis 90 Wölfe leben.

MUGV Brandenburg

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