Forstpolitik

Wolfsbestand: Verbände fordern Bejagung

Bearbeitet von Carolin Föste

Zur Berechnung des Akzeptanzbestandes und der Regulierung des Wolfsbestandes schlagen die Verbände im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ein Modell vor. Für Brandenburg sei demnach ab diesem Jahr eine jährliche Entnahme von 80 Wölfen erforderlich.

Die Verbände des AFN haben kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Bauernverbands (DBV) ein Modell für das zukünftige Bestandsmanagement der Wölfe in Deutschland vorgestellt. Sie erläutern ihre Forderungen in einer aktuellen Pressemeldung.

Gibt es zu viele Wölfe in Deutschland?

Der nach Bestandserhebungen festgestellte, 2.000 Tiere übersteigende Wolfbestand mache es demnach unabdingbar, dass die bislang geltenden Gesetze um ein Verfahren für die Begrenzung des Wolfsbestands ergänzt werden. „Es kann keinen Zweifel geben, dass die Ausbreitung der Wölfe mittlerweile in mehreren Bundesländern anfängt aus dem Ruder zu laufen“, sagt Eberhardt Hartelt, Vorstand im AFN und Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes, anlässlich der Modellvorstellung.

Es müsse ein gesetzliches Verfahren geschaffen werden, das die Anzahl der für die in einzelnen Bundesländern zulässigen Wölfe unter Akzeptanzgesichtspunkten definiert und darauf aufbauend eine Entnahmequote festlegt. Das von den Verbänden unter Mitwirkung von Wildbiologen vorgeschlagene Modell baue auf der Ermittlung der „Geeignetheit der deutschen Wolfslebensräume“ auf und verschneide diese mit dem vorhandenen Wolfsbestand.

„Wir schlagen ausdrücklich ein Modell vor, welches in beiden Grundparametern auf den offiziellen Wolfszahlen und Gutachten des Bundesamts für Naturschutz (BfN) aufbaut“, betont Hartelt. Auf diesen Daten basierend werde ein sogenannter Akzeptanzbestand für Wölfe ermittelt, der sich im Korridor der vollständigen Besetzung (Obergrenze) aller für Wölfe geeigneten Gebiete und einem Besatz mit lediglich 60 % (Untergrenze) einpegele. Aus dem Mittelwert von Obergrenze und Untergrenze ergebe sich eine Entnahmequote für jedes einzelne Bundesland, die durch die Jägerschaft zu vollziehen sei.

Wolfsbestand im Jagdrecht verankern

Aus diesem Grunde wollen die Verbände, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen wird. Sie fordern, dass eine entsprechende Entnahmequote ab sofort für die Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt durchgesetzt wird.

Das vorgestellte Modell wurde zunächst für Brandenburg erarbeitet, da dort die weltweit höchste Wolfsdichte vorherrsche. Für Brandenburg ergebe sich der Bedarf, ab dem Wolfsjahr 2022/23 insgesamt 80 Wölfe zu entnehmen, damit sich die Anzahl der Tiere langfristig auf den tragbaren Wolfsbestand von rund 510 Wölfen einpegele. „Der Verbändevorschlag zeigt deutlich, dass in Brandenburg schnellstmöglich die Voraussetzung für eine rechtssichere Entnahme von Wölfen auf Basis des geltenden Naturschutz- wie Jagdrechts geschaffen werden muss“, sagt Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg. Die Politik solle der Forderung nach das Bundesnaturschutzgesetz wie auch die Vollzugsmöglichkeit in den einzelnen Bundesländern verlässlich regeln.

Quelle: AFN