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Wolf im Westerwald bestätigt

Bei dem am 21. April bei Herschbach im Westerwald getöteten Tier handelt es sich um einen Wolf. Dies habe die genetische Analyse des Senckenberg Instituts in Gelnhausen ergeben, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium am 27. April mit. Demnach handelte es sich um einen Wolf italienischer Abstammung.
Umweltministerin Ulrike Höfken: „Damit ist der traurige Verdacht bestätigt, dass der erste Wolf, der seit 123 Jahren in Rheinland-Pfalz gesichtet wurde, keine Chance hatte, sich in unserer heimischen Fauna anzusiedeln.“ Dieser Vorfall zeige, dass beim Schutz der seltenen Art noch viel geleistet werden müsse. Aufgrund der positiven Entwicklung der Wolfspopulationen in den Nachbarregionen hoffe man in naher Zukunft auf das erneute Auftreten des Wolfs in Rheinland-Pfalz.
Der Wolf könne in friedlicher Koexistenz mit dem Menschen leben, so Höfken. Das Umweltministerium erarbeite zurzeit einen Wolfsmanagementplan, der sich an den bundesweiten Plänen zum Umgang mit Großraubtieren in Deutschland orientiere und Rheinland-Pfalz in Zukunft besser auf die Ankunft dieser willkommenen Art vorbereite. Damit sei auch der Dialog mit allen Interessengruppen wie Jäger und Schäfer verbunden.
„Jäger tragen Verantwortung für Natur- und Artenschutz“
Beim Landesjägertag in Neuwied hat Forststaatssekretär Thomas Griese am 27. April die große Bedeutung der Jagd in Rheinland-Pfalz betont. Damit einher gehe die  Verantwortung der Jägerinnen und Jäger für den Natur- und Artenschutz. Aktualität habe dieses Thema durch den von einem Jäger im Westerwald erschossenen Wolf erlangt: „Ich begrüße es, dass sich der Landesjagdverband von dieser Tat klar distanziert und deutlich gemacht hat, dass  Wölfe als ehemals heimische Art zur Bereicherung der Artenvielfalt in Deutschland beitragen“, sagte Griese. Um Hürden und Vorurteile abzubauen, habe sich der LJV bereit erklärt, in Zusammenarbeit mit den Behörden und anderen Experten einen Wolfsmanagementplan für Rheinland-Pfalz auszuarbeiten. Griese bedankte sich für das große Engagement der Jägerinnen und Jäger.
„Rheinland-Pfalz ist nicht nur das waldreichste Bundesland, sondern auch ein bedeutendes Jagdland. Mit mehr als 17.800 Jagdscheininhabern liegt deren Bevölkerungsanteil deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, stellte der Staatssekretär fest. Im Jagdjahr 2010/2011 seien hierzulande in über 4000 Jagdbezirken mehr als 280.000 Stück Wild erlegt worden. „Zum Schutz der Wälder und unserer Kulturlandschaften und damit zum Erhalt unserer Artenvielfalt ist die Jagd unverzichtbar“, sagte  Griese, sie müsse aber auch tierschutzgerecht ausgeübt werden. Er kündigte an, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Wirkung der jagdgesetzlichen Regelungen auf den Tierschutz in Rheinland-Pfalz überprüfen zu lassen, etwa die Tötungsbefugnis für wildernde Hunde und Katzen.
Aufgrund der jüngsten Diskussion um den Abschuss von Rabenvögeln riet der Staatssekretär den Jägerinnen und Jägern, das notwendige Fingerspitzengefühl aufzubringen, um Kritikern erst gar keine Angriffsfläche zu bieten.
Griese begrüßte die neue Resolution zur Naturschutzstrategie des LJV, die auf dem Landesjägertag vorgestellt wurde. Indes wies er Befürchtungen der Jäger, dass Windenergieanlagen im Wald das Wild stören könnten, zurück: „Alle bisherigen Erfahrungen sprechen dagegen. Die Umwelt- und Waldverträglichkeit der Windräder wurde durch technische Maßnahmen wesentlich verbessert“, betonte Griese und bekräftigte das Ziel der Landesregierung, Windkraft im Wald auszubauen und an windstarken Standorten zu konzentrieren: „Dies ist ein notwendiger Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz, der letztlich auch dem Schutz unserer heimischen Umwelt dient.“
MULEWF

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