Holzverkauf und Holzpreise

Wohnbau 2021 erstmals seit 2011 wieder rückläufig

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 293.393 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 4,2 % oder 12.983 weniger als im Vorjahr. Nachdem im Jahr 2020 erstmals mehr als 300.000 neue Wohnungen entstanden waren, sank der Wohnbau im Jahr 2021 wieder auf das Niveau des Jahres 2019. Der 2011 begonnene jährliche Anstieg der Zahl fertiggestellter Wohnungen setzte sich damit 2021 nicht weiter fort.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2021 mit 380.736 um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr und war damit weiter deutlich höher als die Zahl der Baufertigstellungen. Dies führte nunmehr zu einem Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen von insgesamt 846.467 Wohnungen (+67.035 gegenüber 2020). Der seit 2008 anhaltende Anstieg des Bauüberhangs beschleunigte sich somit im Jahr 2021 und erreichte den höchsten Stand seit 1996 (922.343).

Wohnbau stockt

Der Rückgang der Baufertigstellungen bei gleichzeitiger starker Zunahme des Bauüberhangs deuten auf angebotsseitige Störungen hin, die Unternehmen und Bauherren daran hindern, ihre Vorhaben zeitnah zu realisieren. Das Statistische Bundesamt mach als Gründe Lieferengpässe und Rohstoffknappheit, Preissteigerungen als Folge einer erhöhten Nachfrage nach Baustoffen wie Holz und Stahl im In- und Ausland sowie die hohe Auslastung beziehungsweise Personalknappheit im Baugewerbe aus.

Einfamilienhäuser mit stärkstem Rückgang

256.352 Wohnungen waren Neubauwohnungen in Wohngebäuden, das waren 4,6 % weniger als im Jahr 2020. Auf neue Einfamilienhäuser entfielen davon 78.209 Wohnungen, was einem Rückgang um 10,4 % entspricht. In Mehrfamilienhäusern wurden 147.925 und damit 3,6 % weniger Neubauwohnungen fertiggestellt. Durch Baumaßnahmen an bereits bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden entstanden 31 724 Wohnungen, das waren 2,7 % weniger als im Jahr 2021.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe kommentiert, die Zahl der neuen Wohnungen sei damit 2021 deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für 2022 sei keine Besserung zu erwarten. Kriegs- und pandemiebedingte Lieferausfälle prägen derzeit den Markt für Baumaterialien. Dazu kommen Personalengpässe.

Große Fragezeichen

Für die Forst- und Holzwirtschaft deren weitaus größter Abnehmer die Bauwirtschaft ist, bedeutet das, dass sie sich auf unsichere Zeiten, wenn nicht sogar auf einen merklichen Absatzrückgang einstellen muss. Genaue Prognosen zur Marktentwicklung wagt allerdings niemand. Zu unübersichtlich ist die Weltmarktlage.

Quellen: Destatis, ZDB