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Woher kommt der Weihnachtsbaum?

Woher kommt der Weihnachtsbaum?

Weihnachtsbäume kamen lange Zeit aus den heimischen Wäldern. Sie waren ein Nebenprodukt der Forstwirtschaft: Das Schlagen der Bäume diente der Waldpflege, indem schwächere Bäume aus den dichten Jungbeständen entnommen wurden. Die verbleibenden Bäume bekamen so mehr Licht und Platz und konnten sich besser entwickeln.
Das hat sich heute verändert. 90 % aller Weihnachtsbäume stammen mittlerweile aus eigens dafür angelegten Weihnachtsbaumkulturen. Direkt aus dem Wald geschlagene Exemplare aus Durchforstung gibt es kaum noch.
Weihnachtsbäume mit Zertifikat
Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 ha bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Jeder dritte Weihnachtsbaum stammt aus dem Sauerland, damit ist die Region Südwestfalen das wichtigste Anbaugebiet in Europa“, sagt Michael Blaschke, Sprecher von Wald und Holz NRW. Wer einen guten Weihnachtsbaum sucht, sollte diesen am besten ortsnah kaufen. Dann ist die Chance am größten auch einen frischen Baum zu bekommen. Viele Bäume, die im Baumarkt erhältlich sind, werden wochenlang im Kühlhaus gelagert. Sie verlieren dann im Haus sehr schnell ihre Nadeln.
Edgar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes Soest-Sauerland in Rüthen, empfiehlt, Bäume aus Weihnachtsbaumplantagen zu kaufen, die möglichst naturverträglich arbeiten oder sogar mit einem Bio-Siegel zertifiziert sind. Seit diesem Jahr gibt es zudem eine PEFC-Zertifizierung für nachhaltig bewirtschaftete Weihnachtsbaumkulturen. Diese sind unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt worden. Die deutschlandweit ersten drei Zertifikate wurden im Juni 2015 in Schmallenberg-Oberrarbach an drei Weihnachtsbaumproduzenten aus dem Sauerland übergeben.
Geerntet werden Weihnachtsbäume übrigens im Alter von acht bis zwölf Jahren. Die Fichte bleibt aber für manchen nach wie vor das Synonym für den Weihnachtsbaum. Auch Edgar Rüther wirbt für das heimische Gehölz. „Die Nordmanntanne riecht nicht und bietet somit weniger sinnliches Erlebnis. Das ist bei einer Fichte ganz anders, wenn sich schon nach kurzer Zeit die Tannine entfalten und der ganze Raum nach Nadelbaum duftet.“
Aus der Weihnachtsbaum-Tradition
Die Entwicklung des Weihnachts- oder Christbaumes setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. Lorbeer-und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Unter den Germanen galten immergrüne Nadelbäume als Symbole für die sich erneuernde Kraft der Natur.
Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Erst 120 Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.
Die frühesten Belege für einen geschmückten Tannenbaum im Inneren des Hauses stammen aus dem städtischen Handwerk. Eine Bremer Zunftchronik aus dem Jahr 1570 berichtet von einem kleinen Tannenbaum, der mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen geschmückt und im Zunfthaus aufgestellt wurde. Da der Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischer Brauch von der katholischen Kirche abgelehnt wurde, wurde er erst im 19. Jahrhundert als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch erst in den Städten, dann auch auf dem Lande.
An den Mittel- und Niederrhein kam der Weihnachtsbaum erst durch die Preußen. Als nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 preußische Beamte und ihre Familien in die Rheinprovinz versetzt wurden, nahmen sie ihre Weihnachtsbräuche mit, informiert der Landesbetrieb Wald und Holz NRW.
Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts schmückten die Menschen die Festbäume auch mit Glaskugeln; Ende des 19. Jahrhunderts tauchen in den USA erste Weihnachtsbäume mit elektrischen Lichtern auf. Damit begann eine Weihnachtsindustrie, die gusseiserne Baumständer und in Fabriken hergestellte Dekoration fertigte.
Wald und Holz NRW

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