Forstpolitik

Woher kommt das Engagement für den Wald?

Bearbeitet von Martin Steinfath

Viele Menschen sorgen sich um den Wald und engagieren sich bei Baumpflanzaktionen oder beteiligen sich finanziell an Aufforstungsprojekten. Ein Projekt an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) liefert interessante Ergebnisse auf die Fragen, wer sich engagiert und warum.

„In unserem Projekt „Bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement in der aktiven Wiederbewaldung“ begleiten wir verschiedene Pflanz- und Pflegeaktionen, um herauszufinden, mit welchen Motiven und Einstellungen die Menschen bzw. Unternehmen daran teilnehmen und wie sich Teilnehmergruppen zusammensetzen“, erklärt Bettina Joa von der Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel an der FVA. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die zielgruppengerechte Kommunikation von Wiederbewaldungs-Maßnahmen und nutzen auch der Weiterentwicklung der forstlichen Öffentlichkeitsarbeit.

Bevölkerungsrepräsentative Befragung liefert spannende Zahlen

FVA-Mitarbeitende begleiteten angeleitete Freiwilligeneinsätze. Außerdem führten sie zwischen September 2020 und Mai 2021 Interviews und teilnehmende Beobachtungen bei ausgewählten Pflanz- und Pflegeaktionen durch und werteten die Daten mit Methoden der qualitativen Sozialforschung aus. Im Juni 2021 gab die FVA bei der forsa, Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, zudem die bevölkerungsrepräsentative Befragung „Bürgerschaftliches Engagement für den Wald in Baden-Württemberg“ in Auftrag.

Die Ergebnisse zeigen: Aus Sorge um unsere Wälder ist die Einsatzfreude der Bürgerschaft bei Waldprojekten sehr hoch. „Gut die Hälfte der Befragten hat Interesse, an Pflanz- und Pflegeaktionen teilzunehmen und einige haben auch schon mitgemacht. Viele Menschen sind bereit, an solchen und ähnlichen Aktionen, wie zum Beispiel der Aussaat von Baumsamen, teilzunehmen oder würden sich mit Spenden für den Wald engagieren“, resümiert Bettina Joa. Nur rund 20 Prozent schließt ein Engagement für den Wald komplett aus.

Diese Daten werden nun aufbereitet und der forstlichen Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt – unter anderem, um Forstleuten Handlungsempfehlungen in Bezug auf den Umgang mit Anfragen von Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagieren wollen, mitzugeben.

„Die Engagement-Bereitschaft ist sehr groß, aber der Mehrheit fehlt es noch an Informationen zu den Möglichkeiten, sich freiwillig für den Wald einzusetzen oder an der Zeit dafür“, stellt Bettina Joa fest. Einige Befragte vertrauen auch auf natürliche Prozesse ohne Eingriff in den Wald oder zweifeln an der Wirkung solcher Aktionen.

FVA