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Wölfe in Deutschland: Nachweis von 46 Rudeln

Wölfe in Deutschland: Nachweis von 46 Rudeln

Der Wolf erobert sich seine alte Heimat zurück. Das zeigen die aktuellen Monitoring-Daten, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am 23. September vorgestellt hat.

Mittlerweile sind in Deutschland 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere nachgewiesen. Im Vergleich des aktuellen Monitoringjahres 2015/2016 (1.5.2015 bis 30.4.2016) zum vorherigen ist die Anzahl der bestätigten Rudel in Deutschland von 31 auf 46 gestiegen, die Anzahl der Wolfspaare ist von 19 auf 15 und die Anzahl der sesshaften Einzelwölfe ist von sechs auf vier gesunken.
Als Wolfsländer haben sich mittlerweile sechs Bundesländer etabliert: Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen.
Die meisten Tiere leben in Sachsen und Brandenburg.
Nach Sachsen war auch im Jahr 2000 erstmals nach der Ausrottung der Art in Deutschland vor 150 Jahren ein Wolfspaar aus Polen zugewandert. Trotz der erfreulichen Zahlen weise die Art insgesamt allerdings immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: Und wir dürfen auch die Augen nicht davor verschließen, dass der Mensch nach wie vor der größte Feind des Wolfes ist. Vor allem der Straßenverkehr und illegale Abschüsse gefährden den Wolf. Das belegen folgende Zahlen: Nur 14 der 147 insgesamt seit 2.000 in Deutschland tot aufgefundenen Wölfe sind nachweislich eines natürlichen Todes gestorben.
Wölfe leben heute in der Kulturlandschaft in direkter Nähe zum Menschen und es gehört zu ihrem normalen Verhalten, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite zu bewohntem Gebiet entlanglaufen, erklärt die BfN-Präsidentin.
Zu Beginn des Jahres 2016 wurde die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) auf Bitten der Länder eingerichtet worden. Dazu Prof. Hermann Ansorge, Projektleiter der DBBW: Die Arbeit ist auf zwei Schwerpunkte ausgerichtet. Alle relevanten Monitoringdaten zu Wölfen aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland werden in einer Datenbank zusammengeführt. Die Ergebnisse werden allen Beteiligten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Naturschutzbehörden von Bund und Ländern bei der Beurteilung und Bewertung von Nachweisen und Hinweisen von Wölfen beraten, aber auch bei der Schadensprävention oder beim Umgang mit auffälligen Wölfen.
Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf wird von einem Konsortium aus mehreren wissenschaftlichen Institutionen getragen: Unter der Führung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) arbeiten darin das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG), das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) und das Senckenberg Forschungsinstitut, Standort Gelnhausen. Das Bundesamt für Naturschutz betreut die Dokumentations- und Beratungsstelle fachlich und finanziert deren Arbeit mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.
BfN

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