Schafe weiden auf Weihnachtsbaumplantage
Bei der Frage, wie nachhaltig ein Weihnachtsbaum ist, kommen viele Faktoren zusammen. Beweidung beispielsweise ist eine Möglichkeit, um den Herbizideinsatz auf der Anbaufläche zu reduzieren.
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Wo kaufen? 10 Fakten über Weihnachtsbäume und ihren Anbau

10. Dezember 2022
Wer sich in den kommenden Tagen auf Weihnachtsbaumsuche begeben möchte, schwankt vielleicht noch bei der Frage: Wo sollte der Weihnachtsbaum gekauft werden? Wenn es nicht zum Baumarkt gehen soll, bleiben Wald und Weihnachtsbaumkultur als Anlaufstellen. Was sind die Vorteile? Hier finden Sie einen Überblick sowie Fakten rund um den Weihnachtsbaum.

Hätten Sie´s gewusst? Diese Fakten rund um den Anbau von Weihnachtsbäumen (Stand 2022) in Deutschland könnten Sie überraschen:

Wo werden Weihnachtsbäume in Deutschland angebaut?
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  • Jeder dritte Baum wird direkt beim Erzeuger gekauft. Weitere Kaufadressen sind Straßenverkäufe, Garten- und Baumärkte
  • Die Nordmanntanne ist der beliebteste Weihnachtsbaum
  • 12 bis 14 Jahre braucht eine Nordmanntanne, um zwei Meter hoch zu werden
  • In rund 40 Mio. Haushalten kommen jährlich bis zu 30 Mio. Weihnachtsbäume unter
  • 40 % der Deutschen kaufen ihren Weihnachtsbaum bereits vor dem 2. Advent
  • Die meisten Weihnachtsbäume kommen aus dem Sauerland
  • Gefahren für Weihnachtsbäume sind Spätfröste, Schädlinge und der Klimawandel
  • Die Nachfrage steigt: Rund jeder zehnte Baum soll mit Ballen und Topf einziehen
  • Weihnachtsbaumkulturen werden in echter Handarbeit gepflegt: 80 Stunden müssen für jeden ha jährlich investiert werden
  • Immer mehr Weihnachtsbaumplantagen werden zertifiziert. Die bekanntesten Zertifizierer sind PEFC, FSC, Bioland, Bio (EU) und Naturland

Vorteile von Weihnachtsbaumkulturen

Trotz der beliebten Tradition gibt es auch Kritik an der Plantagenwirtschaft. Weihnachtsbaumplantagen gelten zwar als Monokulturen, sie bilden aber auch eigene Lebensräume und haben weitere Vorteile. Auf den landwirtschaftlichen Flächen können Weihnachtsbäume frei von Plastik und Chemikalien – im Gegensatz zur Plastiktanne – CO2-neutral angebaut werden. Aufgrund ihrer Größe von meist unter 50 ha sind sie überschaubar, grenzen an andere landwirtschaftliche Kulturen an oder werden durch Blühstreifen gesäumt. Damit bieten sie auch Lebensräume für Insekten. In den ersten vier Jahren seien die jungen Kulturen auch wichtige Lebensräume für Lärchen und andere Vögel, beschreibt Thomas Emslander, Vorsitzender des Vereins Bayerische Christbaumanbauer e. V.

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Grafik zu Ökosystemleistungen von Weihnachtsbaumkulturen
Was leistet ein ha Weihnachtsbaumkultur?
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Außerdem bindet ein ha Weihnachtsbaumkultur 149 t CO2 und 18.000 Liter Wasser im Boden, hat der Verband natürlicher Weihnachtsbäume e. V. (VNWB) bilanziert. Für die bessere Haltbarkeit der Bäume über die Feiertage schneiden einige Landwirtinnen und Landwirte ihre Weihnachtsbäume auf freiwilliger Basis erst nach dem 10. November. Die Bäume erhalten dann eine Seriennummer und sind nachverfolgbar, sagt Emslander auf Nachfrage der Redaktion. Solche Kriterien könne man beim Kauf beachten. Ihm ist aber vor allem wichtig, dass die Bäume regional erworben werden.

Weihnachtsbaumkultur ist Anstrengung aus Überzeugung

Die meisten Weihnachtsbäume werden nebenbetrieblich angebaut, ohne Förderungen. Ein Herzensgeschäft. Kritik am angeblich unökologischen Anbau weist Emslander zurück: „Wir unternehmen alle Anstrengungen, um den Anbau von Weihnachtsbäumen so ökologisch wie möglich zu gestalten.“ Dazu gehöre das Mulchen, um weniger Düngemittel und Herbizide einzusetzen. Kommen doch Herbizide zum Einsatz, setzt Emslander auf ökologische Mittel. Gedüngt werde ohnehin erst nach den ersten vier Lebensjahren eines Weihnachtsbaumes. Würden keine Weihnachtsbäume sondern andere landwirtschaftliche Erzeugnisse auf den Flächen angebaut werden, verdoppelt sich der Einsatz von Spritzmitteln außerdem, erklärt er weiter.

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Mulchroboter in einer Weihnachtsbaumkultur
Forschungsprojekt: Ein Mulchroboter könnte den Anbau von Weihnachtsbäumen in Kulturen künftig nachhaltiger gestalten.
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„Wir arbeiten nicht nur in und mit der Natur, sondern auch für sie“, sagt auch Benedikt Schneebecke, Vorsitzender des VNWB. In Deutschland werden fast 2.000 Weihnachtsbaumkulturen durch Familienbetriebe gepflegt. Um den Spritz- und Düngemittelaufwand noch weiter reduzieren zu können, gibt es mittlerweile Konzepte wie die Beweidung oder auch Mähroboter. Diese sollen die Konkurrenzvegetation auf Anbauflächen reduzieren. In dem Projekt WeBaRo beispielsweise wurde an einer eigenständig fahrenden Maschine geforscht, um den Weihnachtsbaum-Anbau nachhaltiger zu gestalten. Die Forschung wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Die Maschine kann Mähen und auch Düngemittel zielgerichtet und damit möglichst geringfügig an den Baum bringen.

Weihnachtsbäume aus dem Wald

Wer einen rundum natürlich aufgewachsenen Weihnachtsbaum haben möchte und in der Nähe des Waldes wohnt, kann auch das nächstgelegene Forstamt oder Forstrevier fragen, ob ein Verkauf organisiert wird. Weihnachtsbäume aus dem Wald seien die ökologischste Art des Weihnachtsbaumes, informiert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW). Hier können Familien meist heimische Baumarten erwerben, die dann auf kurzen Transportwegen in die Wohnzimmer kommen. Die Weihnachtsbäume wurden i.d.R. keinen Spritz- und Düngemitteln ausgesetzt und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern entnommen. Ein weiterer Vorteil für Familien: Oft dürfen die Bäume auch selbst geschlagen werden.

Der Wald ist zwar Ursprung vieler Weihnachtsbäume, er darf aber nicht als Endstation gesehen werden. Weihnachtsbäume im Wald zu entsorgen – gleiches gilt für Gartenabfälle – ist verboten. Wie also den Weihnachtsbaum richtig entsorgen? Darüber informieren wir im Laufe des Monats.

Mit Material von VNWB, Verein Bayerische Christbaumbauer e. V., SDW, BVWE