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Wissenschaftler stecken Grenzen von Bioregionen neu ab

Wissenschaftler stecken Grenzen von Bioregionen neu ab

Seit 150 Jahren werden die Grenzen zwischen so genannten Bioregionen, die die Muster biologischer Vielfalt auf Kontinenten und global beschreiben, kontrovers diskutiert. Der Göttinger Biogeograf Prof. Dr. Holger Kreft hat nun gemeinsam mit Prof. Dr. Walter Jetz von der Yale University ein neues Verfahren entwickelt, mit der sie eine neue Weltkarte der Artenvielfalt von Säugetieren erstellt haben. Diese weicht von früheren klassischen Einteilungen ab. Dr. Kreft leitet als Juniorprofessor an der Universität Göttingen die Free Floater-Nachwuchsgruppe „Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie“. Das Ergebnis der Untersuchung wird in der November-Ausgabe des Journal of Biogeography veröffentlicht (Holger Kreft und Walter Jetz, A framework for delineating biogeographical regions based on species distributions, Journal of Biogeography, November 2010).

Die beiden Wissenschaftler haben ihren Computer mit Daten über die Verteilung von fast 5000 Säugetierarten auf der Erde gefüttert. In einer mehrstufigen Analyse stießen sie einerseits auf Ähnlichkeiten mit klassischen Einteilungen, definierten aber andererseits Regionen biogeografisch neu: Die Ergebnisse bestätigen die Einteilung in die sechs globalen Regionen Paläarktis und Nearktis auf der Nordhalbkugel sowie Afrika, Orientalis, Neotropis und Australien. „Allerdings ordnen wir zum Beispiel Madagaskar wegen seiner einzigartigen Säugerfauna anders zu. Auch die klassische Wallace-Linie, die die Region Orientalis vom Australischen Reich trennt, verläuft nach unseren Berechnungen viel weiter östlich“, so Prof. Kreft.

Im Vergleich zu älteren Studien ermöglicht es die computerbasierte Analyse, viel stärker ins Detail zu gehen. Die beiden Forscher konnten so bis zu 60 Unterregionen bilden. Dies ist zum Beispiel bei der Planung von Naturschutzprojekten nützlich, mit denen alle Arten und Lebensgemeinschaften eines Kontinents geschützt werden sollen.

Das neue Verfahren der beiden Wissenschaftler basiert auf einer Clusteranalyse von digitalen Daten, die weltweit verfügbar sind. Zunächst legten sie ein Raster von 11000 gleichgroßen Feldern über die Weltkarte und ordneten diesen Feldern die Daten zur Verbreitung von Arten zu. So entstand für jedes Feld eine eigene Artenliste. Anschließend verglichen die Forscher 55 Millionen Felderpaare miteinander und fassten Felder mit ähnlichen Artenlisten zu Regionen zusammen.

idw/Universität Göttingen

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