HolzMarkt

Wirtschaftsleistung schrumpft zum Jahresende 2020 leicht

von Marc Kubatta-Große

Das ifo Institut rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleitung um 5,0 %. Der Lockdown im letzten Quartal hat 0,1 % gekostet. Im ersten Quartal 2021 rechnet das Institut mit einem Wachstum von nur 0,5 %

Der im November in Kraft getretene Shutdown hinterlässt seine Spuren in der deutschen Konjunktur. Das ifo Institut rechnet mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,1 % im letzten Quartal 2020. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,0 % für das Gesamtjahr 2020 würde dann einen Ausfall von rund 200 Mrd. € Wirtschaftsleistung bedeuten im Vergleich zu einer Prognose ohne Coronakrise von plus 1 %.

Im ersten Vierteljahr 2021 dürfte die Wirtschaft nur um 0,5 % wachsen. „Anders als im Frühjahr 2020 ist derzeit nur die Wirtschaftsleistung in wenigen Branchen beeinträchtigt“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Industrie von Lockdown unbeeindruckt

Die Schließung von Teilen des örtlichen Einzelhandels werde sich im Schlussquartal 2020 kaum bemerkbar machen, da ein Großteil der Ausfälle durch den Online-Handel ausgeglichen wurde. Bei Hotels und Gaststätten sowie bei Dienstleistern aus Kunst, Unterhaltung und Erholung dürfte die Wertschöpfung im vierten Quartal dagegen erneut mit hohen zweistelligen Raten geschrumpft sein. Im Gegensatz dazu setzten die Industrie und die industrienahen Dienstleister ihren Erholungskurs bislang weitgehend unbeeindruckt von der Infektionswelle und den staatlichen Maßnahmen fort. Ihre Wertschöpfung dürfte am Jahresende deutlich gestiegen sein.“

4,5 % Wachstum möglich

Durch den neuen Shutdown wird sich die Erholung in diesem Jahr verzögern. Eine genaue Prognose der konjunkturellen Entwicklung ist jedoch schwierig und hängt maßgeblich vom Verlauf der Pandemie und von Dauer und Umfang der staatlichen Infektionsschutzmaßnahmen ab. Unterstelle man eine Öffnung des Einzelhandels ab Februar und ein Ende des Shutdowns im Gastgewerbe und den übrigen Dienstleistungsbereichen Ende März, dürfte das BIP im ersten Quartal nur um 0,5 % steigen. Bei einer Normalisierung des Verbraucherverhaltens im Sommer sei in der zweiten Jahreshälfte das Vorkrisenniveau der Produktion an Waren und Dienstleistungen zu erreichen. Im Jahresdurchschnitt dürfte das Bruttoinlandsprodukt dann um etwa 4,5 % zulegen.

Quelle: ifo Institut