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Umweltministerin Heinen-Esser informierte sich bei Andreas Wiebe und Bertram Leder (v.l.) über Wirkungen der Wälder unter dem Einfluss des Klimawandels.

Wälder in NRW stark geschädigt

Die Witterungsextreme des zurückliegenden Jahres haben den Wäldern in Nordrhein-Westfalen stark zugesetzt. Die Stürme im Frühjahr, die Dürre im Sommer und speziell die Borkenkäfer in Fichtenbeständen schädigten diese massiv.

Die Schäden durch die Orkantiefs „Friederike“ und „Eberhard“ sowie die Borkenkäferkalamität in Fichtenwäldern werden auf 5,8 Mio. Fm Holz geschätzt. Dabei ist die Borkenkäferkalamität in den Fichtenbeständen allen Prognosen nach noch nicht beendet. Derzeit verfolgt die Landesforstverwaltung, wie sich die Borkenkäfer in diesem Jahr weiter entwickeln. „In Zukunft wird es nicht besser werden. Denn die Prognosen zu den Auswirkungen des Klimawandels deuten darauf hin, dass sich solche Witterungsextreme, wie wir sie 2018 hatten, zukünftig häufen können. Zudem verändern sich im Klimawandel langfristig auch die Wuchsbedingungen für die verschiedenen Baumarten“, so die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Ursula Heinen-Esser.

Heinen-Esser weiter: „Damit unsere Wälder ihre vielen Funktionen auch künftig erfüllen können, müssen wir sie fit machen für den Klimawandel. Wir müssen ihre Widerstandskraft, ihre Resilienz stärken. Das wollen wir durch die Entwicklung von Mischwäldern auf der Basis einheimischer Laubhölzer erreichen“. Es ist jetzt die wichtigste Aufgabe der Waldbewirtschaftung, die Vitalität, die Stabilität und die Widerstandskraft der Wälder zu steigern. Die Wälder müssen so angepasst werden, dass ihre vielfältigen Wirkungen dauerhaft sichergestellt sind.

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, ergänzte: „Diese Wirkungen kann der Mensch beeinflussen. Unsere Forstleute sind engagierte Experten, die sich darum kümmern, dass unsere Wälder ihre unverzichtbaren Leistungen für die Gesellschaft auch in Zukunft bestmöglich erbringen. Sie sichern die sogenannten Ökosystemdienstleistungen. Dazu gehören für die Hüter des Waldes der Bodenschutz, gute Luft und sauberes Trinkwasser, die Holzproduktion, der Naturschutz und der gerade in Nordrhein-Westfalen besonders wichtige Freizeit- und Erholungsraum für die Menschen in unserem Land.“

Waldschäden, wie sie 2018 entstanden, beeinträchtigen die positiven Wirkungen des Waldes. Dazu zählen zum Beispiel der Schutz des Klimas durch CO₂-Speicherung in den wachsenden Bäumen und das Ersetzen von Werkstoffen, die sonst auf der Basis fossiler Energieträger hergestellt würden, durch den Werkstoff Holz. Weiterhin tragen die Wälder zum Boden- und Wasserschutz sowie zur Luftreinhaltung bei. Insbesondere naturnah aufgebaute und alte Wälder sind von großer Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität; sie sind Lebensraum für viele Pflanzen,- Pilz,- und Tierarten. Vor allem im dicht bevölkerten NRW mit seinen urbanen Ballungsräumen spielen Wälder eine große Rolle für die Gesundheit, die Erholung und Freizeitnutzung.

Unterstützungsangebote und neue Instrumente

Im Dezember 2018 hat das Land Nordrhein-Westfalen neue Instrumente für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel vorgestellt. Diese sollen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei unterstützen, die Stabilität und die Widerstandskraft ihrer Wälder zu erhöhen. Das Risiko von Waldschäden soll für die Forstbetriebe verringert werden. Besonders wichtig ist hierbei die Entwicklung standortgerechter Mischbestände – hierbei stehen auch die heimischen Laubbaumarten im Vordergrund. Die neuen Instrumente bestehen aus dem Waldbaukonzept NRW, der landesweiten forstlichen Standortkarte und dem Internetportal Waldinfo.NRW mit informativen digitalen Karten.

Die NRW-Fachinformationssysteme zum Klimawandel komplettieren das Angebot rund um die Thematik des Klimawandels. Hierzu bietet das Land Nordrhein-Westfalen Unterstützungsangebote wie forstfachliche Beratung und Schulungen durch Wald und Holz NRW sowie die Förderung waldwirtschaftlicher Maßnahmen an. In diesem Jahr werden ergänzend die neue Waldfunktionenkarte NRW und die CO₂-Inventur für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

Wald und Holz NRW

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