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Untersuchungen zur Holzkonservierung durch Lagerung von Fichtenstämmen unter Folie – Teil I: Zeitreihenmessungen von Klima- und Umweltparametern des gelagerten Holzes

Quelle: Forstarchiv 82: 1, 3-9 (2011)
Autor(en): RADEMACHER P, HAPLA F, LEDER B

Kurzfassung: In Untersuchungen von Holzlagerflächen im Sauerland wurde die Wirkung von Kunststofffolien untersucht, die diese auf das Klima im Folienraum und das abgedeckte Holz haben kann. Es konnte gezeigt werden, dass durch den klimastabilisierenden Effekt der verwendeten Kunststofffolie, die die Holzpolter abdeckt und vor Austrocknung und anderen ungünstigen Einflüssen schützen soll, sich eine Atmosphäre unter der Folie einstellt, die eine längerfristige Lagerung von Holz auch in größeren Mengen möglich macht. Im Teil I der Untersuchung wurden folgende Ergebnisse erzielt: Die Kohlendioxid-Konzentration unter der Folie wurde in der Umgebungsluft des gelagerten Holzes um auf das 130- Fache gegenüber der freien Atmosphäre erhöht. Hierdurch wird die Abbauintensität von holzzerstörenden Pilzen zwar nicht generell im gesamten Polter vollkommen unterbunden; an den kleinräumlichen Orten der CO2-Bildung, also vor allem im Porensystem des Holzes, kann es jedoch angesichts dieser bereits im Polterluftraum sehr hohen CO2-Konzentrationen durchaus zur Hemmung von holzabbauenden Pilzen kommen. Analog zur hohen CO2-Konzentration treten durch die Umwandlung von Spaltprodukten organischer Kohlenstoffverbindungen meist zeitgleich auch höhere CH4-Konzentrationen auf. Umgekehrt führt der Verbrauch von Sauerstoff für die Kohlenstoffoxidation zu niedrigen O2-Konzentrationen im Polterinnern. Ebenso wie für CO2 ausgesagt, können diese gegenüber Normalluft um rd. 25 % niedrigeren Sauerstoffgehalte noch nicht im gesamten Polterraum zur völligen Unterdrückung von holzzerstörenden Pilzen führen; im Mikrobereich des Holzkörpers selbst können die O2-Konzentrationen aber deutlich niedriger liegen und durchaus die Gefahr einer Holzschädigung durch sauerstoffbedürftige Abbaupilze herabsetzen. Die Konzentration der klimarelevanten Spurengase N2O und CH4 ist im Rahmen der Holzlagerung in Folienpoltern nur geringfügig über der Normalkonzentration erhöht; dieses wird vor allem zu Beginn der Folienlagerung beobachtet. Im Folienpolter stellt sich durch die Folienüberdeckung eine sehr hohe relative Luftfeuchte bis zu 100 % ein, die ein Austrocknen des Holzes über eine längere Lagerzeit verhindern oder minimieren kann. Hierdurch werden – über den Erhalt einer weitgehend hohen Holfzfeuchte – die Abbaubedingungen für holzzerstörende Pilze deutlich reduziert. Die Bestimmung der Holzfeuchtewerte einzelner Monitoring-Stämme ergibt im Mittel der Messwerte eine weitestgehende Stabilisierung der Holzfeuchtigkeit über die Beobachtungszeit. Hierbei treten jedoch immer in größerer Zahl auch Holzfeuchtigkeiten auf, bei denen allein aus den Feuchtewerten heraus die Möglichkeit einer Schädigung durch holzzerstörende Pilze nicht ausgeschlossen werden kann. Die Temperaturen unter der Folie verlaufen deutlich ausgeglichener als im Freiland, sommerliche und winterliche Extremwerte werden abgepuffert. Dies verhindert allerdings das im Freiland in Frostperioden beobachtete gänzliche Durchfrieren von Stämmen und verlängert so die potenziell mögliche Gefährdungsphase durch holzschädigende Organismen.


Investigations of wood conservation in spruce logs after storage under plastic foil – Part I: Time series of climatic and environmental parameters of the stored wood

Abstract: Investigations of several lumberyards, located in the Sauerland (western Germany), were carried out to determine the effects of plastic foils on the climate inside the store and the covered logs. It was shown, that the stabilising effect of the covering foils creates an atmosphere under the plastic foil, which enables a long-term storage of wood in greater quantities. In Part I of the investigation the following results were obtained: Under the plastic foil the carbon-dioxid-concentration in the air surrounding the stored logs showed an increase of 130x, compared with the atmosphere of the open field. However, under this condition the activity of wood damaging fungi is not entirely prevented in the whole lumberyard, but higher concentration of CO2 in the micropore-system of the wood can still lead to a local inhibitition of wood decaying fungi. Similar to higher CO2-concentrations, higher concentrations of CH4 also occur at the same time because of changes of organic by-compounds. On the other hand the consumption of oxygen to oxidise the carbon leads to lower O2-concentrations inside the lumberyard. As well as the mentioned CO2 increase, a decrease of O2 of about 25% in the whole lumberyard cannot lead to the total elimination of wood damaging fungi; however in the micropore-system of the wood the O2-concentration can be clearly lower and reduce the danger of decay by oxygen-indigent fungi. Concentrations of climate-relevant trace gases like N2O or CH4 are increased only marginally above normal concentration by log storage under plastic-foil – mainly at the beginning of the storage. Under the plastic-foil very high air humidity of up to 100% is reached, which prevents or minimises the drying of the wood for some time. Because of this high water content in the wood is preserved and the conditions for wood decaying fungi are clearly worsened. The determination of the wood moisture of single monitored logs results in a stabilised moisture content during the investigation time. However, in many cases also lower wood moisture values occur in single logs, which cannot eliminate the danger of damage by wood decaying fungi. Temperature under plastic foils is more similar than in the open field, where values are more extreme during summer and winter. However, this avoids the logs becoming completely frozen, as would occur in open field lumberyards in winter and which extends the potential period of exposure to wood decaying fungi under plastic foil.

© DLV München

 

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