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Erste Ergebnisse einer bundesweiten Wildkatzeninventur

Wildkatzen erobern Norddeutschland zurück

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) pflanzte am 31. März 2012 in Niedersachsen die letzten Meter eines Waldkorridors für die Wildkatze und andere Wildtierarten. Mit über 3.000 Bäumen und Büschen werden damit südlich von Hannover zwei Waldgebiete auf einer Länge von 3,5 Kilometern verbunden – ein erster Schritt, um den Wildkatzen einen sicheren Weg vom Süden bis in den Norden Deutschlands zu ermöglichen. 
Die europäische Wildkatze ist derzeit vor allem in Süd- und Mitteldeutschland heimisch. Mit der neuen Waldverbindung sollen die scheuen Jäger nun ihren Weg bis in die Lüneburger Heide finden. „Norddeutschland hat den Wildkatzen einiges zu bieten, nicht nur Fische in den Flüssen und Bächen, sondern auch ausgedehnte Wälder und Heidelandschaften, wie die Lüneburger Heide“, so Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. „Wir wollen der Wildkatze neue Lebensräume zugänglich machen, um diesen und anderen seltenen Wildtierarten bei uns langfristig eine echte Chance zu geben.“ Die Waldgebiete Norddeutschlands mit ihren naturnahen Laub- und Tannenwäldern sind bereits Heimat vieler Wildtiere wie etwa Rot- und Schwarzwild, Dachs und Bussard. Nun sollen auch die seltenen Wildkatzen hier wieder heimisch werden.
 
Im Solling, ein Mittelgebirgszug im südlichen Niedersachsen, sind bereits so viele Wildkatzen zu Hause, dass man von einem Populationsüberschuss spricht. „Immer wieder wandern junge Wildkatzenmännchen aus dem Waldgebiet heraus, um neue Lebensräume zu erobern“, erklärt Janina Philipp, Projektleiterin des BUND in Niedersachsen. „Der Höhenzug Deister südlich von Hannover, zu dem nun die Waldverbindung gepflanzt wird, ist ein für die Katzen geeigneter Lebensraum.“
 
Der BUND engagiert sich mit seinem „Rettungsnetz für die Wildkatze“ bereits seit 2004 für die Ausweitung der Lebensräume der Wildkatzen. Der zugrunde liegende „Wildkatzenwegeplan“ umfasst bundesweit ein Wald- und Korridorsystem mit einer Gesamtlänge von 20.000 Kilometern. Das Projekt wird durch die Informationskampagne „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“ begleitet, die durch das LIFE+ Programm der Europäischen Union gefördert wird.
Weitere Informationen zum „Rettungsnetz für die Wildkatze“ unter www.bund.net/wildkatze sowie zur Aktion unter www.bund-niedersachsen.de/termine.
BUND

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