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Wildkatze: Rückkehr auf leisen Pfoten

Wildkatze: Rückkehr auf leisen Pfoten

Ganz heimlich kommt sie wieder und erobert ihren alten Lebensraum zurück: die Wildkatze. Schutzmaßnahmen sollen der in Österreich seit den 1950ern als ausgestorben oder verschollen geltenden Waldbewohnerin die Rückkehr in ihre alte Heimat erleichtern. „Wir heißen die Wildkatze in unseren Wäldern willkommen“, sagt Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), „und leisten einen Beitrag dazu, der Wildkatze ihren natürlichen Lebensraum zurück zu geben.“ Gemeinsam mit dem Naturschutzbund haben die Österreichischen Bundesforste die Infobroschüre „Aktiv für Wildkatzen“ herausgegeben. Sie richtet sich an Forstleute, Landwirte und Jäger und gibt Tipps, wie das Lebensraumangebot für Wildkatzen in den heimischen Wäldern verbessert werden kann. Entstanden ist die Broschüre in Zusammenarbeit mit der „Plattform Wildkatze“.
Kein Winterschlaf für die Wildkatze
Da die Wildkatze keinen Winterschlaf hält, ist sie darauf angewiesen, das ganze Jahr über auf Jagd zu gehen. „Die scheue Jägerin“, erklärt Erlacher, „nutzt vorzugsweise naturnahe Laub- und Laubmischwälder, wo sie genügend Verstecke sowie Nahrung und Aufzuchtplätze für die Jungen findet.“ Schneereiche Winter bringen sie in Bedrängnis, da sich ihre Hauptbeute, kleine Nagetiere, gut unter dem Schnee verstecken kann. Im Winter frisst die Wildkatze auch Aas. Doch gerade jetzt in der Paarungszeit, sind Amphibien, Insekten, Vögel oder Fische unverzichtbar fürs Überleben. Von Jänner bis März buhlen die Männchen um die Gunst der Damen, rund zwei Monate später kommen 2-5 Kätzchen pro Wurf zur Welt, die unter Asthaufen, Holzpoltern oder abgestorbenen Bäumen gut versteckt werden. 
Erste Nachweise in österreichischen Wäldern
Nun gibt es Hoffnung, dass sich die Wildkatze als eine der Leitarten der Artenschutzkampagne vielfaltleben, wieder in Österreich niederlässt. Nach Wildkatzenhinweisen im Nationalpark Thayatal werden dort seit wenigen Jahren mit Baldrian bestrichene Holzstöcke ausgebracht, an denen sich die Wildkatzen reiben und ihre Haare hinterlassen. Deren genetische Analyse hat bereits zum mehrmaligen Nachweis der Wildkatze in Österreich geführt. „Nun wollen wir mit wesentlich mehr Lockstöcken sukzessive den Bestand der Wildkatzen in ganz Österreich erheben“, so Ingrid Hagenstein, Leiterin des Wildkatzenprojekts beim Naturschutzbund und der Plattform Wildkatze. Als potenzieller Wildkatzenlebensraum und Projektgebiet wurde die Gegend um Bad Großpertholz im nordwestlichen Niederösterreich ausgewählt. „Auch wir planen in unseren Wäldern weitere Maßnahmen wie etwa das Aufstellen von Lockstöcken“, erklärt Erlacher.
Neben der Wildkatze engagieren sich die Bundesforste auch für andere selten gewordene Waldbewohner – der Fortbestand von Auerhuhn, Gelbbauchunke, Haselmaus, Habichtskauz und anderen Waldvogelarten wird mit zahlreichen Schutzprojekten gefördert und gesichert.
Plattform Wildkatze
Die Plattform Wildkatze ist eine Kooperation von Naturschutzbund Österreich, Österreichischen Bundesforsten, Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände, Nationalpark Thayatal, Tiergarten Wels, Alpenzoo Innsbruck-Tirol und Naturhistorisches Museum Wien. Ziele sind die nachhaltige Rückkehr der Wildkatze nach Österreich und die Etablierung eines stabilen Wildkatzenbestandes.
Die Broschüre „Aktiv für Wildkatzen“ steht im Internet unter  www.bundesforste.at zum Download zur Verfügung.
ÖBF

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