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Wiederherstellung des historischen Fasanenfächers in Moritzburg

Wiederherstellung des historischen Fasanenfächers in Moritzburg

Im Rahmen der Waldbewirtschaftung in der Fasanerie Moritzburg wird durch den Staatsbetrieb Sachsenforst der historische kleine Fasanenfächer vom Aufwuchs befreit mit dem Ziel, sich dem ursprünglichen Waldbild des 18. Jahrhunderts wieder anzunähern. Damit leistet Sachsenforst einen Beitrag zur Revitalisierung der historischen Moritzburger Kulturlandschaft.Die Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, dem Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement Dresden I und den Denkmalschutzbehörden und wird begleitend zu den Sanierungsarbeiten am benachbarten Kanal durchgeführt.

Nadelholz aus den 1950er Jahren, was fälschlich auf die Dammwege gepflanzt wurde, wird genauso entfernt wie die zu zahlreiche Naturverjüngung aus Linde und Spitzahorn, die im historischen Waldbild noch nicht vorhanden waren. Damit werden die historischen Alteichen sowie die mitwachsenden Hainbuchen gestärkt und ursprüngliche Sichtbeziehungen wieder hergestellt.
 
Zurzeit ist die Firma Gürntke aus Bärwalde mit sechs Kaltblutpferden dabei, schonend für Waldboden und Garteninventar, etwa 200 Festmeter Fichten und Laubholz aus den Fächern zu rücken. Die Firma Lamm aus Rabenau fällt die Stämme mit der Motorsäge zu und beräumt das Reisig.
 
Die Fasanerie von August dem Starken, die in der Zeit des Baus der Schlossallee entstanden war, wurde ab 1769 zu einem Ruheort des jungen Kurfürsten Friedrich August III. (1750 bis 1827) und seiner Frau Amalie (1752 bis 1828) umgestaltet. Verantwortlich war der Jugendfreund und spätere Kabinettsminister (1809) Camillo Graf Marcolini-Ferretti (1739 bis 1814). Dieser gestaltete die Landschaft um in eine phantastische Vergnügungsreise über die „Moritzburger Weltmeere“ vom Hafen der Fasanerie mit dem Leuchtturm über die Dardanellen und über den Kanal wieder auf das Fasanenschlösschen mit dem nickenden Mandarin zu.
 
In großen Teilen ist der Moritzburger Fasanengarten noch heute in der Form des 18. Jahrhunderts erkennbar. In Böhmen, Österreich und Frankreich wurden diese Gärten häufig von den Modernisierungen im Englischen Gartenstil überformt. Der Fasanengarten in Moritzburg ist somit ein einzigartiges noch erhaltenes Gartendenkmal mit noch nicht vollends entschlüsselter Geschichte.
 
Mit der Maßnahme setzt der Sachsenforst seine etappenweisen Erhaltungsmaßnahmen des historischen Tiergartens, der Fasanerie und des Wildgeheges fort. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende März, auch zum Schutz von Brutvögeln, abgeschlossen sein.
Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Dresden

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