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Wiederherstellung von Calluna- und Wacholderheiden in der Osteifel

Umweltministerin Margit Conrad hat am 24. Januar das EU-LIFE-Projekt „Schutz und Pflege von Wacholderheiden in der Osteifel“ besucht. Dabei wurden ihr die Ergebnisse des Juni 2010 abgeschlossen Projekts vorgestellt. Die Wacholderheiden der Osteifel sind hauptsächlich in Folge der sog. Schiffelwirtschaft, einer uralten Form regionaler bäuerlicher Landnutzung, entstanden. Ziel des Projektes war eine Verjüngung der alten Wacholderbestände und gleichzeitig die Bestandssicherung der Heideflora. Der Schwerpunkt lag auf den großen Borstgrasrasenvorkommen der Eifel; dazu gehören unter anderem Heiden bei Arft, Langscheid, Menke-Park und die Wabener Heide. Das Projekt wurde mit 440.908 Euro vom Land gefördert, die EU-Förderung liegt bei gut 1 Million Euro.
Umweltministerin Conrad: „Durch die intensive Pflege der Heideflächen konnten gleich mehrere Erfolge erzielt werden: Für Heiden typische Vögel wie Heidelerche, Neuntöter, Haselhuhn und Rotmilan haben sich wieder angesiedelt, die Vielfalt der Insekten hat sich erhöht. Auch Pflanzenarten wie Kreuzblümchen, Flügelginster, Borstgras, Blaubeeren und Arnika kommen wieder verstärkt vor. Die Heidelandschaften sind so wieder erlebbar geworden und können sich auch langfristig als attraktiver Tourismusraum weiterentwickeln.“
Im Zuge des Projekts wurde dafür ein Wacholderwanderweg mit Schaugärten angelegt, in denen die typischen Zeigerpflanzen des Borstgrases und der Heidepflanzen für Informationszwecke vorgestellt werden. Neben dem Wacholderweg wurden als Teil des Programms „Traumpfade“ zwei spezielle Traumpfade angelegt. Der Virneburger Traumpfad wurde 2009 als bester deutscher Wanderweg ausgezeichnet.
Hauptaugenmerk lag während der gesamten Projektlaufzeit auf der Wiederherstellung von Calluna- und Wacholderheiden. Auf den Wacholderflächen wurden die Wacholder freigestellt. Frühere Heidenflächen wurden von Buschwerk befreit, das aufliegende Erdreich wurde teilweise entfernt, gemulcht und teilweise eingesät mit Calluna und anderen Borstgrasrasenarten. Dafür waren neben dem Forst, einer auf Ansaat von Heide spezialisierten Firma aus Norddeutschland örtliche Firmen eingesetzt. Die Folge- und Entwicklungspflege übernehmen Schäfer mit gemischten Schaf- und Ziegenherden. Die eingesetzte Herde konnte im Zuge des Projekts auf inzwischen ca. 600 Tiere aufgestockt worden.
Eine eigene Internetseite als Werbeplattform, eine gute Besucherinformation, ein Projektfilm, die Einrichtung eines Wacholder-Busses als öffentliches Verkehrsmittel für Wanderer, die Ausbildung und Institutionalisierung von „Wacholderwarten“ (Wanderführer) sowie ein alle zwei Jahre stattfindendes Wacholderfest haben das Projekt in die Bevölkerung hineingetragen. Der intensive Kontakt zu beteiligten Ortsgemeinden, der Kontakt zu den örtlichen Schulen mit Projekttagen und Projektwochen in den Heiden sowie die Entwicklung eifeltypischer Produkte stehen beispielhaft dafür, dass sich eine ganze Region von dem Projekt begeistern lassen hat.
 

Infos:

 

www.wacholderheiden.eu

 
MUFV

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