Forstpolitik Kulturen Waldbau

Wiederbewaldungskonzept Harz

Bearbeitet von Rainer Soppa

Anlässlich der riesigen Kahlflächen im Harz kommt ein Vorschlag der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ostharz w.V. Ziel des Vorschlags ist die Wiederbestockung der großflächigen Kalamitätsflächen.

Die gegenwärtigen Probleme der betroffenen Forstbetriebe sind vielfältig:

  • mangelnde Liquidität für Vorfinanzierung
  • hoher bürokratischer Aufwand in der Antragstellung für Fördermittel
  • begrenzte Ressourcen bei Personal / Aufforstungskapazität
  • problematische Pflanzgutverfügbarkeit
  • generelle Überforderung bei Flächengrößen > 50 ha Kahlfläche

Es wird daher vorgeschlagen, die Wiederbewaldung auf drei Säulen aufzubauen, die diese Probleme berücksichtigen und auch den gesellschaftlichen Ansprüchen (Klimaschutz, Erholungsfunktion, Grundwasserbildung, Schutzfunktion) angemessen Rechnung tragen. Die Umsetzung der Wiederbewaldung wird nach gegenwärtigem Stand mindestens 10 Jahre dauern.

1. Bisherige Förderung

Beantragung und Umsetzung über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) durch die Waldeigentümer, Vorfinanzierung durch diese und Förderung entsprechend der bisherigen Regularien und Fördersätze.

2. Natürliche Wiederbewaldungsflächen

Festlegung und Meldung der Flächen durch die Waldeigentümer, für Kalamitätsflächen mit oder ohne Restbestockung; Ziel ist hier die natürliche Sukzession, die in der Regel über Vorwaldstadien der Pionierbaumarten erfolgen wird. Die Waldeigentümer erhalten eine Grundkostenförderung von 150 € pro Hektar und Jahr für eine Vertragsdauer von 20 Jahren. In dieser Zeit soll die Fläche der Sukzession überlassen werden. Ausnahme bilden Verkehrssicherungsmaßnahmen.

3. Landeseigenes Aufforstungszentrum (LAZ)

Schaffung einer Funktionseinheit, die sich alleine um die Aufforstungsaufgaben und die damit verbundenen Maßnahmen kümmert, wie z.B. Zaunbau, Kulturpflege, Jungwuchspflege, Flächenvorbereitung. Ausstattung mit ausreichend Personal z.B. drei bis vier Forstfachleute zur Vorbereitung und Organisation der Maßnahmen, 20 bis 30 Waldarbeiter für die praktische Umsetzung und zwei bis drei Bürokräfte für den Materialeinkauf, Abrechnung etc. Diese Einheit kann ggf. aus dem Landeszentrum Wald (LZW) herausgebildet werden und damit auf vorhandene Ortskenntnis zurückgreifen.

Die Waldbesitzer melden Flächenpools an. Es werden entsprechende Aufforstungsverträge geschlossen, mit denen der Waldbesitzer die Flächen für eine bestimmte Laufzeit (z. B. 15 Jahre) für die Aufforstung zur Verfügung stellt. Dem Waldbesitzer wird zur Abdeckung der Fixkosten (Wasserbodenverband, Berufsgenossenschaft, eigenes Personal, Grundsteuer) eine Grundlast von 100 €/ha jährlich gezahlt.

Die Aufforstungsmaßnahmen setzt das LAZ entsprechend den Vorstellungen des Landes um und sorgt für Nachbesserung, Kulturpflege u. a. Maßnahmen im Vertragszeitraum. Damit entfällt die kleinteilige Fördermittelbeantragung und das LAZ kann langjährige Großverträge über Pflanzenlieferungen etc. abschließen.

Quelle: FBG Ostharz