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Wiederbewaldung im Klimawandel

Forstgenetiker warnt vor Risiken bei einigen „neuen“ Baumarten und bei der Verwendung weit entfernter Herkünfte für heimische Baumarten.

Der Waldbauprofessor und Forstgenetiker Dr. Erwin Hussendörfer (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), behandelte in einem Vortrag vor 30 interessierten Forstbaumschulen und Saatguterntern bei der Mitgliederversammlung des Zertifizierungsrings für überprüfbare Forstliche Herkunft Süddeutschland e.V. (ZüF) am 20.Februar in Ulm Aspekte und Strategien zur Wiederbewaldung im Klimawandel.

Bei der Einbringung mancher der aktuell diskutierten neuen Baumarten sieht Hussendörfer erhebliche Anbaurisiken und warnt vor Schnellschüssen und Aktionismus. Auch die aktuell viel diskutierte und teils bereits empfohlene Strategie, verstärkt nicht-lokales Vermehrungsgut, bzw. Herkünfte aus wärmeren Regionen Europas zu verwenden – „Assisted Migration“ –, mit dem Ziel die Folgen der Klimaveränderung abzufedern, müsse nach Hussendörfer kritisch hinterfragt und differenziert bewertet bzw. „geprüft“ werden. Denn was auf den ersten Blick einfach erscheine, könne vielerlei Risken und Unwägbarkeiten bergen, z.B. durch Umwelteinflüsse wie Frost oder Pathogene, an welche eingeführte Herkünfte möglicherweise unzureichend angepasst sind.

Gerade vor dem Hintergrund verstärkt notwendiger Wiederaufforstungen müssen „alte“ Fehler vermieden werden. Die Rahmenbedingungen gültiger gesetzlicher Vorgaben in Deutschland bei der Auswahl und der Verwendung forstlichen Vermehrungsgutes (FoVG) sowie etablierte Standards der Herkunftssicherheit (z.B. ZüF) dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Mehr Informationen zum ZüF-Zertifizierungsring im Internet: www.zuef-forstpflanzen.de

Red./ZüF

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