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Vom Boden aufheben: so leicht ist das Saatgutsammeln nicht immer. Oft müssen die Pflücker, wie bei beispielsweise bei Tannenzapfen, hoch hinaus.

Wiederaufforstung braucht hochwertiges Saatgut

Unwetter und Schädlinge haben den Wäldern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) müssen 285.000 ha wiederbewaldet werden. Dazu wird vor allem herkunftssicheres, genetisch angepasstes und hochwertiges Forstsaatgut aus zugelassenen Beständen verwendet.

In Deutschland gibt es auf insgesamt knapp 112.000 ha etwa 15.000 spezielle Flächen im Wald, die für die Saatguterzeugung zugelassen sind. Hier wachsen 28 der wirtschaftlich wichtigsten Baumarten. Auf diesen Saatguterntebeständen gewinnen Forstsamen- und Forstpflanzenbetriebe sowie Ernteunternehmen hochwertiges Saatgut. Diese wird später zur Wiederaufforstung genutzt. Die reifen Samen der Laubbäume werden per Hand aufgelesen oder mit Netzen aufgefangen. Bei Nadelbäumen klettern meist Zapfenpflücker hoch hinauf, um die Zapfen zu ernten.

Ernte per Hand

Sind die Früchte von Buchen, Eichen oder Kastanien reif, werden sie mit Netzen aufgefangen oder per Hand aufgesammelt. Die Zapfen von Nadelbäumen müssen jedoch gepflückt werden: Entweder von Zapfenpflückern, die dazu in die Wipfel von Tannen, Douglasien und anderen Nadelbäumen klettern oder vom liegenden Baum, wenn er zum Beispiel zu Waldpflegezwecken gefällt wurde. Dabei werden Fäll- und Erntetermin aufeinander abgestimmt, um möglichst viele reife Früchte zu gewinnen. Die gesammelten Früchte werden anschließend gereinigt, getrocknet und entweder eingelagert, exportiert oder an Baumschulen zum Anziehen neuer Setzlinge verkauft. Nach zwei bis drei Jahren sind die Pflanzen groß und robust genug, um im Wald ausgepflanzt zu werden.

Natürliche Schwankungen in Ernteerträgen

Die aktuelle Erntestatistik für forstliches Saatgut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zeigt: Im Erntezeitraum Juli 2019 bis Juni 2020 konnte eine überdurchschnittlich hohe Ernte bei der Großen Küstentanne (3.200 kg) und der Roteiche (178.000 kg) erzielt werden. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre gab es im Baumschuljahr 2019 außerdem hohe Erntemengen bei Rotbuche (116.609 kg), Esskastanie (13.880 kg), Douglasie (905 kg), Hänge- und Moorbirke (710 bzw. 128 kg) sowie der Robinie (593 kg). Für die Stiel- und Traubeneiche fiel nach einem starken Erntejahr 2018 die Ernte im Baumschuljahr 2019 gering aus. Diese Schwankungen ergeben sich aus der natürlichen Abfolge von ertragsreichen und ertragsschwächeren Jahren einer Baumart.

Strenge gesetztliche Regelungen

Die Erzeugung und der Vertrieb von forstlichem Saatgut unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen (Forstvermehrungsgutgesetz, FoVG), denn äußerlich sind dessen Herkunft und genetische Eigenschaften nicht erkennbar. Die Wahl des richtigen Saat- und Pflanzgutes ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da die neu begründeten klimastabilen Wälder für achtzig, einhundert oder mehr Jahre bestehen sollen.

Daten der Ernteerhebung mit erweiterter Such-, Sortier- und Filterfunktion sind auf der BLE-Internetseite zu forstgenetischen Ressourcen, finden Sie hier. 

Quelle: BLE

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