Waldschutz

Wieder Waldbrand am Brocken: Katastrophenfall ausgerufen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Mit Stand 4. September standen am Brocken im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) 150 ha Wald in Flammen. Der Brandort befindet sich in der Nähe der Ortschaft Schierke, einem Ortsteil der Stadt Wernigerode. Das Feuer war am 3. September aus unbekannter Ursache ausgebrochen.

Zunächst war am Samstagvormittag nur von gut 60 ha Brandfläche die Rede, diese erhöhte sich jedoch schnell auf 150 ha. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde das Brockenplateau für Besucher gesperrt. Die Ortslage Schierke sei nicht gefährdet, meldet der Landkreis Harz.

Bereits mehrere Waldbrände am Brocken

Der Landkreis Harz hat am Sonntag den Katastrophenfall ausgerufen. Zur Unterstützung der etwa 200 Bodenkräfte, die das Feuer bekämpfen, werden sieben Löschhubschrauber der Bundespolizei und der Deutschen Luftrettung sowie zwei Löschflugzeuge aus Italien eingesetzt. Mittlerweile meldet der Landkreis am Montagmittag erste Löscherfolge.

Brocken Harz Löscheinsatz
Ein Super Puma Hubschrauber der Bundespolizei bei der Wasseraufnahme. Insgesamt sieben Löschhubschrauber verschiedener Institutionen sind im Einsatz. | Foto: Bundespolizei

Bereits mehrfach hat es dieses Jahr im Nationalpark Harz gebrannt. Er zeichnet sich durch große Flächen abgestorbener Fichten aus. Jetzt wird diskutiert, ob und inwieweit das viele stehende Totholz Waldbrände fördert.

Reaktionen auf den Waldbrand

Die niedersächsische Forstministerin Barbara Otte-Kinast bezeichnete das Brandereignis aufgrund seiner großen Ausdehnung als „neue Dimension“. Umso wichtiger sei es, dass die Bundesländer gemeinsam und ressortübergreifend der zunehmenden Waldbrandgefahr entgegenwirken.

Derweil wettert der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt gegen den Nationalpark mit seinen großen Totholzmengen und die dadurch heraufbeschworene Waldbrandgefahr und fordert mehr Hilfen für die Waldbesitzer von der Bundesregierung.

Quellen Stadt Wernigerode/Landkreis Harz/ ML/WBV Sachsen-Anhalt