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Wie Waldluft das Klima beeinflusst

Wie Waldluft das Klima beeinflusst

Feldstudien haben gezeigt, dass eine wärmere Atmosphäre mehr Aerosole aufweist, welche eine durch Kohlendioxid und andere Treibhausgase bedingte Erwärmung zu einem gewissen Teil kompensieren könnten. Dabei können sog. Criegee-Intermediate, sauerstoffreiche Zwischenprodukte, die Entstehung von Aerosolen durch die Oxidation von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure verstärken.
Chemiker der Universität Göttingen und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun ein solches Criegee-Intermediat zum ersten Mal, so wie es in der Natur gebildet wird, direkt mittels Infrarotspektroskopie nachgewiesen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie erschienen.
Die Forscher haben die Reaktionsgeschwindigkeit von besonders für Waldgebiete typischen Criegee-Intermediaten mit Schwefeldioxid untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Reaktion bis zu 50-mal schneller ist als bisher in atmosphärenchemischen Modellen angenommen und sehr effektiv zur Bildung von Schwefelsäure führt. Das neue Experiment erhärtet die Hypothese, dass die Chemie der Criegee-Intermediate zu einem kühlenden Aerosoleffekt beiträgt, da Wälder bei einer Erderwärmung mehr dieser Zwischenprodukte produzieren, so Dr. Thomas Zeuch, Leiter der Studie vom Göttinger Institut für Physikalische Chemie.
Die Forscher warnen jedoch angesichts der Komplexität der chemischen Prozesse und geophysikalischen Rückkopplungen davor, sich auf die kühlende Wirkung der Aerosole als natürlichen Schutzmechanismus unseres Klimas zu verlassen.
 
Univ. Göttingen/Fakultät für Chemie Institut für Physikalische Chemie

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