Waldbäume haben spezielle Strategien entwickelt, um mit den Wintertemperaturen zurechtzukommen.
Waldbäume haben spezielle Strategien entwickelt, um mit den Wintertemperaturen zurechtzukommen.
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Wie schützen sich Waldbäume gegen Frost?

01. Januar 2023
Unsere Waldbäume haben im Laufe der Zeit unterschiedliche Strategien entwickelt, um auch bei Frostgraden zu überleben. Welche sind das?

Auch wenn der Winter in weiten Teilen Deutschlands aktuell eine Pause einlegt, ist in den ersten Monaten des neuen Jahres auch wieder mit Dauerfrost zu rechnen. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, haben auch die Waldbäume geeignete Überlebensstrategien entwickelt. Hier gibt es aber durchaus Unterschiede. So gehen Laubbäume anders mit frostigen Temperaturen um als die meisten Nadelbäume. ThüringenForst informiert in einer Pressemitteilung über die verschiedenen Frostschutzmethoden unserer Waldbäume.

Worin sich die Strategien von Laub- und Nadelbäumen unterscheiden

Der häufigste heimische Nadelbaum, die Fichte, verfügt als typischer Baum der nördlichen, kalten bis extrem kalten Breitengrade über ein an derartige Minustemperaturen angepasstes Nadelkleid, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auch der häufigste heimische Laubbaum, die Buche, kann dem Frost weitgehend trotzen, da er eine sommergrüne Gehölzpflanze ist und über die Wintermonate sein Blätterkleid abwirft.

Eine Strategie haben Laub- und Nadelbäume aber doch gemeinsam: Im Winter reduzieren sowohl Nadel- als auch Laubbäume ihren Wasserhaushalt auf ein Minimum. Und wenn nur wenig Wasser im Baum ist, kann auch kaum etwas gefrieren.

Die Bäume bereiten sich im Herbst auf den Winter vor

Bevor Laubbäume wie Buche, Linde oder Eiche im Herbst die Blätter fallen lassen, bereiten sie sich auf den Winter vor. Sie lösen das Chlorophyll auf und ziehen rechtzeitig Nährstoffe aus den Blättern ab, verlagern diese in den Baum selbst und reichern sie in den Zellen an. Diese Zucker- und Eiweißverbindungen lösen sich im Zellsaft und senken den Gefrierpunkt der Zelle, sodass sie nicht in der Kälte aufplatzen. Laut Dr. Horst Sproßmann, Pressesprecher bei ThüringenForst-AöR, schützt sich ein Laubbaum vor dem Erfrieren folglich ähnlich, wie wenn wir einem wassergekühlten Automotor über den Kühlkreislauf Frostschutzmittel zuführen, damit das Kühlerwasser nicht gefriert und den Motor platzen lässt.

Nadelbäume haben es hier etwas leichter: Die im Vergleich zum Laubblatt extrem geringen Oberflächen der Nadeln bieten schon physikalisch einen guten Schutz gegen Kälte und Frost. Zusätzlich besitzen die Nadeln in eine schützende Wachsschicht eingebettete kleine Spaltöffnungen, mit denen Feuchtigkeit reguliert werden kann – der Baum schafft sich gleichsam ein Wasserreservoir. Einzig die Lärche, ursprünglich ein Hochgebirgsbaum, wirft ihre Nadeln ab, um sich winterfest zu machen. Ihren weichen Nadeln fehlt eine ausreichend dicke Wachsschicht.

Mit Material von ThüringenForst-AöR