Baumpflege

Wie lassen sich Sturmschäden an Bahnstrecken vermeiden?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Anlässlich der Sturmschäden durch die Orkane „Ylenia“ und „Zeynep“ auf den Strecken der Deutschen Bahn hat der Bund deutscher Baumschulen (BdB) auf die richtige Gehölzwahl rund um den Gleiskörper verwiesen.

„Wenn die Bahn als Transportmittel auch in außergewöhnlichen Wetterlagen zuverlässig funktionieren soll, dann muss auf den Gehölzbestand rund um die Strecken großes Augenmerk gelegt werden“, rät Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB. „Dabei geht es nicht um einen Kahlschlag der Bäume, aber um die Verwendung eines Gehölzsortiments, das die Verkehrssicherheit ebenso gewährleistet wie die biologische Vielfalt.“

Sturmschäden vermeiden durch die richtige Gehölzauswahl

Bereits im Jahr 2018 hatte der BdB in Kooperation mit einer internen Arbeitsgruppe der Deutschen Bahn eine solche Gehölzliste erstellt. Die Umsetzung scheint aus Sicht des Baumschulverbandes angesichts der ständigen Sturmschäden durch Bäume aber kaum voranzukommen.

„Es ging in der Zusammenarbeit um die Verwirklichung eines V-Profils an den Bahnstrecken. Kleinwüchsige Sträucher direkt am Gleis und größere Gehölze mit zunehmendem Abstand zum Gleiskörper waren bei der Lösung dieser Aufgabenstellung oberste Prämisse. Dabei ist uns auch bewusst, dass gerade bei Bestandsstrecken nicht immer die Bahn die Eigentümerin der angrenzenden Flächen ist. Im Sinne der Verkehrssicherheit sollte dann aber der Gesetzgeber einschreiten und z. B. Waldbesitzern das Anlegen eines sogenannten Waldsaumes an Bahnstrecken vorschreiben. Das wäre auch mit großem ökologischen Nutzen verbunden, denn der Waldsaum ist ein besonderer Ort der Artenvielfalt“, so Guhl.

Wer die Verkehrswende will, müsse konsequent für die Attraktivität des öffentlichen Transportwesens sorgen. Die Gehölzliste des BdB ist dabei ein wichtiger Eckpfeiler.

Red./Quelle: BdB