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Zecken mögen es warm und feucht. Gerne warten sie auf Blättern oder Grashalmen auf ihre Opfer.

Wie gefährlich sind Zecken?

Für Waldarbeiter und Forstwirte, aber auch für Gartenliebhaber spielt das Vorkommen von Zecken im Forst und im Garten eine erhebliche Rolle. Die kleinen Spinnentiere können unter Umständen gefährliche Krankheiten übetragen. Die bekanntesten sind die Frühsommer-Meningitis (FSME) und die Borreliose.

Was ist eine Zecke?

Zecken zählen zur Klasse der Spinnentiere und zur Unterklasse der Milben. Erkennbar ist dies an den acht Beinen erwachsener Zecken. Die Zecke ist ein hochspezialisiertes Tier, das durch Körperbau und Verhalten hervorragend an seine Umwelt angepasst ist. Sie ist ein Parasit und benötigt ähnlich wie die Stechmücke andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernährt.

Wie sticht die Zecke?

Die Zecke reißt mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) die Haut des Wirts auf. Mit ihrem „Stachel“ (Hypostom) gräbt sie eine Grube in das Gewebe, das sich an der Stichstelle mit Blut füllt. Nachfließendes Blut saugt die Zecke immer wieder ab. Die Zecke gibt mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab, während sie zusticht. Das ist der Grund, weshalb der Wirt einen Zeckenstich nicht gleich bemerkt, obwohl der Stachel der Zecke viel dicker und gröber ist als der Stachel einer Stechmücke.

Wann ist die Zecke satt?

Im Vergleich zu Stechmücken saugen Zecken sehr viel Blut, bis sie schließlich satt sind. In manchen Fällen sind sie erst nach 15 Tagen gesättigt. Durch das aufgesaugte Blut wächst die Zecke und kann bis zu 200-Mal so viel wiegen als in hungrigem Zustand.

Wie entwickeln sich Zecken?

Die Entwicklung einer Zecke beginnt, wenn aus einem Ei eine Larve schlüpft. Die Larven der Zecke sind weiß und bis zu 0,5 mm groß. Sie haben im Gegensatz zu Zecken in den anderen Entwicklungsstadien nur 3 Beinpaare. Das vierte Beinpaar wächst erst nach der Blutmahlzeit. Zum Blutsaugen befallen sie vor allem Kleinsäuger. Nach der ersten Blutmahlzeit verlässt die Larve ihren Wirt und häutet sich während einer mehrwöchigen Reifezeit zur sogenannten Nymphe. Die geschlechtslosen Nymphen verbringen wie die Larven zunächst eine Zeit freilebend, ehe sie sich ein Opfer für die nächste Blutmahlzeit suchen.

Nach dem Blutmahl entwickeln sich die Nymphen zu geschlechtsreifen Zecken. Die weiblichen Zecken saugen im Erwachsenenstadium erneut Blut. Die Weibchen brauchen das Blut des Wirts zur Bildung von bis zu 3000 Eiern. Bis zu 10 Tage kann eine weibliche Zecke saugen, ehe sie freiwillig von ihrem Opfer ablässt. Die männliche Zecke kann auch ohne weiteres Blutmahl die Eier des Weibchens befruchten.

Wo landet das gesaugte Blut?

Die Zecke saugt das Blut direkt in ihren Darm. Dieser besteht aus vielen Anhängen und ist so dehnbar, dass eine vollgesaugte Zecke wächst und ihre Gestalt sich völlig verändert. Sobald die Zecke vollgesogen ist, lässt sie sich von ihrem Wirt fallen.

Wie lange leben Zecken?

Mit einer Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Unter Testbedingungen im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung auskommen. In freier Natur lebt der Gemeine Holzbock im Durchschnitt drei bis fünf Jahre. Die Parasiten können also sehr lange ohne Wirt leben. Ansonsten leben männliche Zecken bis nach der Begattung, Weibchen sterben nach der Eiablage.

Welche Krankheiten kann die Zecke übertragen?

Die bedeutendsten durch den Stich des Holzbocks (Ixodes ricinus) übertragenen Infektionskrankheiten in Deutschland sind die Borreliose (eine bakterielle Infektion) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Viruserkrankung. Es ist von einer Infektionsgefährdung durch Borrelien in allen Teilen Deutschlands auszugehen, jedoch fehlen flächendeckende epidemiologische Untersuchungen. Viele Zecken sind zwar infiziert, aber nicht jeder Stich bedeutet automatisch, dass der Mensch an Borreliose erkrankt. Die Vermeidung eines Zeckenstichs ist die einzige Vorbeugung gegen Borreliose, denn es gibt keine Impfung dagegen. Da das Erkrankungsrisiko für diese Multisystemerkrankung mit der Dauer des Saugakts ansteigt, ist die Zecke nach dem Stich umgehend zu entfernen.

In welchen Stadien verläuft die Borreliose?

Stadium 1: Als typisches Zeichen einer Borreliose entwickelt sich bei zahlreichen Erkrankten Tage bis Wochen nach dem Stich an der Stichstelle aus einer initialen Papel heraus eine scharf abgegrenzte, schmerzfreie, sich zentrifugal ausbreitende, im Zentrum oft eine Aufhellung aufweisende Hautrötung (Wanderröte). Allerdings tritt die Rötung nicht bei allen Borreliose-Patienten auf, sondern es kommt häufig zu grippeähnlichen Symptomen.

Stadium 2: Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich können Beschwerden des Nervensystems, Gelenkbeschwerden, Herzrhythmusstörungen sowie einzelne Hautknoten auftreten.

Stadium 3: Infolge einer Erkrankung an Borreliose kann es auch noch Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich zu Schwellung von Gelenken, Beschwerden des Nervensystems und Hautveränderungen kommen.

Bei Symptomen sofort zum Arzt: Bezüglich Borreliose ist wichtig, auf Symptome (Wanderröte, grippales Unwohlsein) zu achten und beim Auftreten solcher Anzeichen nach einem Zeckenstich, sofort zum Arzt zu gehen.

In welchen Phasen verläuft die FSME?

Als Risikogebiete werden vom Robert Koch-Institut (RKI) diejenigen Kreise definiert und bekannt gemacht, in denen bei Zeckenexposition ein erhöhtes Infektionsrisiko durch periodische Erkrankungsfälle belegt ist. FSME-Risikogebiete befinden sich vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, südlichem Hessen und Thüringen. Darüber hinaus sind auch einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis) sowie in Sachsen (LK Vogtlandkreis) betroffen. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland ist unter www.rki.de/fsme veröffentlicht. Die FSME verläuft typischerweise in 2 Phasen:

Phase 1: Ein bis drei Wochen nach dem Zeckenstich treten grippale Beschwerden auf.

Phase 2: Einige fieberfreie Tage, dann meist erneut Fieber und Entwicklung einer Meningitis – Hirnhautentzündung bzw. Enzephalitis – Gehirnentzündung mit Kopfschmerzen und Nackensteife.Ein hoher Teil der FSME-Infektionen verläuft jedoch asymptomatisch, oder Phase 2 bleibt ganz aus. Da bleibende Schäden bis zum Tod möglich sind, ist es wichtig zu verhindern, dass eine Zecke stechen kann.

Im Gegensatz zur Borreliose gibt es gegen FSME eine Impfung:Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen, beruflich tätig sind oder dort Urlaub machen, wird eine Impfung empfohlen. 

Wie schütze ich mich vor Zecken?

Einen gewissen Schutz vor Zeckenstichen bietet geschlossene, helle Kleidung, auf der die Tiere besser zu erkennen sind und so frühzeitig abgesammelt werden können. Da Zecken hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es vor allem sinnvoll, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Besondere Vorsicht ist im Frühling und Herbst geboten. Ausserdem sollte man hohes Gras, Gebüsch und Unterholz bis 1,5 m über Boden meiden.

Wie man sich schützen kann, erklärt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG): Sinnvoll ist es, sich nach einem Aufenthalt im Freien gründlich abzusuchen. Verschwitzte Kleidung sollte mehrmals täglich gewechselt werden. Dabei ist geschlossene und helle Kleidung zu bevorzugen. Haustiere sind bereits frühzeitig im Jahr mit einem Zeckenabwehrmittel zu behandeln. Auch für Menschen gibt es Mittel aus der Apotheke. Sie werden auf Schuhe, Strümpfe und (Hosen-) Beine aufgetragen.

Schmale Pfade an Wald­rändern sollten beim Spaziergang gemieden werden. Zu den besonders gefährdeten Personen gehören diejenigen, die im Freien arbeiten. Dies sind beispielsweise Land- und Forstwirte, Revierleiter oder Jäger. Besonders beim Aufbrechen von erlegtem Wild ist die Gefahr groß, dass Zecken über die Hände und Arme gelangen.

Damit Zecken im Hausgarten keine Chance haben, ist dafür zu sorgen, dass sich mögliche Überträger, zum Beispiel Vögel, Mäuse oder andere Nagetiere, nicht in der Nähe von Sitzplätzen oder der Terrasse aufhalten. Die Vogeltränke sollte in den Randbereich des Gartens verlegt und Futterplätze im Frühjahr entfernt werden. Kurz gehaltenes Gras und viel Sonneneinfall – auch in der Hecke – sind weitere geeignete Maßnahmen. Der Boden sollte möglichst trocken gehalten werden, denn zum Überleben brauchen Zecken die Feuchtigkeit.

Wie entferne ich eine Zecke?

Wenn sich trotz allem eine Zecke festgesetzt hat, ist sie schnellstens zu entfernen, ohne sie dabei zu quetschen. Hierfür sind Pinzetten, Zeckenzangen oder Zeckenkarten geeignet. Letztere wird vorsichtig unter das Tier geschoben und löst es so aus der Haut. Bei sehr kleinen Tieren helfen ein Vergrößerungsglas und eine Taschenlampe. Die Einstichstelle sollte anschließend mit hochprozentigem Alkohol desinfiziert und der Einstich selbst mit einem wasserfesten Stift markiert werden. So kann man auch über längere Zeit verfolgen, ob sich Anzeichen einer Borreliose, zum Beispiel Wanderröte, ausbilden. In diesem Fall ist unverzüglich der Arzt aufzusuchen. Auch dann, wenn beim Versuch, eine Zecke zu entfernen, Teile des Tieres in der Haut verblieben sind. Der Arzt entscheidet letztlich, ob ein Blutbild erstellt werden muss.

Zum Zeckenschutz berät der Arzt oder Apotheker. Die SVLFG empfiehlt, sich einen während der Arbeit erlittenen Zeckenbiss vom Arzt bestätigen zu lassen. Treten in der Folge Krankheitssymptome auf, übernimmt die Berufsgenossenschaft die Behandlungskosten, wenn der Biss als Arbeitsunfall anerkannt wird.

Weitere Infos zu Zecken

Auf dem Portal www.zecken.de gibt es viele Informationen, ebenso unter www.waldwissen.net. Auch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt Rat zum Schutz vor und Umgang mit Zeckenbissen.

www.zecken.de

www.waldwissen.net

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland

Zecken.de/SVLFG/waldwissen

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