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Die Forstmaschine „Menzi Muck“ stammt aus der Schweiz und ist gebaut für besonders anspruchsvolles Gelände.
Die Forstmaschine „Menzi Muck“ stammt aus der Schweiz und ist gebaut für besonders anspruchsvolles Gelände.

Wie ein Schreitbagger das Weltkulturerbe am Harzer-Hexen-Stieg sichert

18. Juni 2023
In dieser Woche mag sich am Harzer-Hexen-Stieg ein ungewöhnlicher Anblick geboten haben. Mit einem sogenannten Schreitbagger werden Borkenkäfer-Fichten am Wasserwanderweg nahe der Huttaler Widerwaage im Oberharz beseitigt.

Das niedersächsische Forstamt Riefensbeek lässt mit der Forstspezialmaschine „Menzi Muck“ Borkenkäfer-Fichten am Harzer-Hexen-Stieg entfernen. Der moderne Schreitbagger stamme aus der Schweiz, heißt es in einer Mitteilung der Niedersächsischen Landesforsten (NLF). Die Maschine ist besonders geländegängig.

Warum ist der Schreitbagger im Einsatz?

Am stark frequentierten Wasserwanderweg nahe der Huttaler Widerwaage im Oberharz drohen vertrocknete Bäume auf das Weltkulturerbe am Harzer-Hexen-Stieg zu brechen. Die jahrhundertealten Wasserläufe würden in absehbarer Zeit unter den Baumkronen verschüttet werden, so die NLF. Die in mühevoller Handarbeit gesetzten Trockenmauern könnten unter der schweren Last der trockenen Baumstämme einstürzen. Auch Waldbesuchende auf dem vielbelaufenen Qualitätswanderweg seien dadurch in Gefahr.

Einsatz an Straßen und auf schwierigem Untergrund

Der Bagger, der im Revier Buntenbock zum Einsatz kommt, bewegt sich wechselweise spinnenartig auf Stelzen oder fährt auf 80 cm breiten Reifen. Seine bodenschonende Fortbewegung sei für die NLF Voraussetzung für die Fällarbeiten entlang des Kunstgrabens gewesen. Weil das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk nicht von Forstmaschinen überfahren werden darf, hebt der mit den Arbeiten beauftragte Forstunternehmer Andreas Truskaller die toten Bäume vorsichtig aus dem Gefahrenbereich und legt sie in sicherer Entfernung ab. Dank der stelzenartigen Stützen kann die Maschine Hindernisse wie Gräben oder Felsen überschreiten.

Fällarbeiten zum Schutz des Weltkulturerbes und der Waldbesuchenden

Jeder einzelne Baum am Wassergraben des Weltkulturerbes müsse vorsichtig gekappt werden und darf die Welterbestätten nicht beschädigen. Wirtschaftlich rechnen tut sich diese Art der Holzernte nicht, zu hoch seien die Kosten für die Bergung der Trockenstämme. Doch darum geht es den Mitarbeitenden der NLF bei dieser Maßnahme schließlich auch nicht. Vielmehr erfolgen die Arbeiten im Sinne der Denkmalpflege und der Verkehrssicherung.

„Die Landesforsten schützen ein Monument aus der Bergbaugeschichte im Harz. Die Nutzholzgewinnung ist an dieser Stelle Nebensache. Unsere Philosophie lautet hier wie an vielen anderen Stellen im Wald: die Nachhaltigkeit einer Industrielandschaft für unserer Nachfahren erlebbar halten“, erklärte Daniel Zimmermann. Der Forstmann aus dem niedersächsischen Forstamt Riefensbeek hat die Sicherungsarbeiten mit der Harzwasserwerke GmbH und dem Denkmalschutz abgestimmt. Der Betriebsdezernent kümmert sich um diese und ähnliche Problembaustellen im Landeswald. Die seien laut Zimmermann ein aktueller Arbeitsschwerpunkt vieler Harzer Forstleute. Vielleicht wurde das ungewöhnliche Gerät also nicht das letzten Mal im Harz gesehen.

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Mit Material der NLF