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Wie beeinflussen Stürme die Entwicklung unserer Wälder?

Der Sommersturm Fabienne hat 2018 auch im hessischen Wald schwere Schäden angerichtet. Das Forstamt Darmstadt hat die Bewirtschaftung auf einer damaligen Windwurffläche eingestellt, sodass dort mittlerweile ein kleiner Urwald entstanden ist. Hier wurde der Erkundungspfad „Fabiennesteig“ geschaffen, der am 8. September von Staatssekretär Oliver Conz eröffnet wurde.

„Welche Kräfte ein Sturm entwickeln kann, haben wir unter anderem im Jahr 2018 erlebt, als der Sturm Fabienne durch Südhessen zog. Auch im Kranichsteiner Wald in Darmstadt hat er große Schäden angerichtet. Der Kranichsteiner Wald ist ein Naturwald, in dem keine forstliche Bewirtschaftung mehr stattfindet. Deshalb wurden die von Fabienne umgeworfenen Bäume und abgebrochenen Äste liegengelassen. Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich so ein Urwald im Kleinformat entwickelt. Auf dem neuen Erkundungspfad Fabiennesteig erfahren die Besucherinnen und Besuchern, alles darüber, welchen Einfluss Stürme auf die Entwicklung unserer Wälder haben“, sagte Staatssekretär Oliver Conz vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bei der Eröffnung.

Hintergründe erklärt

Auf dem ca. 800 Meter langen Steig erklären sieben Infostationen die Besonderheiten des Waldes und wie sich der Sturm auf die Bäume auswirkt. Der dichte Boden vor Ort führt beispielsweise dazu, dass Buchen sehr flache Wurzeln bilden und die Bäume beim Sturm umfallen können. Die tieferen Pfahlwurzeln der Eichen sind dagegen fest im Boden verankert, deswegen brechen diese beim Sturm häufiger ab. Abgestufte Waldränder können dazu beitragen, dass ein Sturm nicht so großen Schaden anrichtet. An einer anderen Station wird erläutert, dass manche Tiere und Pflanzen von einem Sturm auch profitieren können: Tote Bäume dienen als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte zugleich. Der Hirschkäfer nutzt die Bäume beispielsweise zur Eiablage und verschiedene Spechtarten bauen im abgestorbenen Holz ihre Höhlen. „Mit diesem Info-Pfad, der durch den Wald und über umgefallene Bäume führt, hat das Forstamt ein hessenweit einmaliges Projekt geschaffen. Kinder und Erwachsene erfahren hier, welche Bedeutung ein naturnaher Wald hat und warum es wichtig ist, Bäume auch liegen zu lassen. Ich danke Forstamtsleiter Hartmut Müller und seinem Team sowie allen Beteiligten und Sponsoren für ihr Engagement“, betonte Conz.

„Auf über 32.000 ha haben wir im hessischen Staatswald bereits Naturwälder, wie hier im Kranichsteiner Wald, eingerichtet. Die Wälder werden sich selbst überlassen. Über ganz Hessen verteilt werden so wichtige Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten gesichert. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die häufiger werdenden Stürme zeigen uns, dass der Klimawandel in Hessen angekommen ist. Wir müssen weiter daran arbeiten ihn aufzuhalten und gleichzeitig lernen mit seinen Folgen umzugehen. Im Wald setzen wir deshalb auf die Entwicklung von naturnahen Mischwäldern, da diese besonders klimastabil sind und gleichzeitig die Biodiversität stärken“, erklärte Conz.

Quelle: HMUKLV/red

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