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Riegelahorn ? die Braut ? Höchstgebot 7.160 ?/Fm

Wertholzsubmission Südostbayern feiert Jubiläum mit Rekordstamm

Bereits zum 20. Mal jährt sich die Wertholzsubmission Südostbayern, die der Forstbetrieb Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten, die Waldbesitzervereinigungen Traunstein und Laufen-Berchtesgaden in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Traunstein organisieren. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen und feierten ihr kleines Jubiläum mit einem Rekordstamm.

Mit Spannung folgten die Besucher im Kurhaus in Waging am See den Ausführungen von Remigius Hammerl, der erstmals als stellvertretender Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Traunstein die Ergebnisse präsentierte.
Private Waldbesitzer und die Staatsforstbetriebe aus der Region lieferten Laub- und Nadelstammholz bester Qualität. Insgesamt rund 310 Fm lagen am Submissionsplatz zum Gebot. Größter Anbieter war auch dieses Jahr der Forstbetrieb Ruhpolding (Bayerische Staatsforsten) mit rund 100 Fm. Darüber hinaus beteiligten sich die Waldbesitzervereinigungen Laufen-Berchtesgaden, Traunstein, Altötting-Burghausen, Wasserburg-Haag, Mühldorf, Erding und Pfarrkirchen sowie die Betriebe der Bayerischen Staatsforsten Berchtesgaden, Wasserburg, Freising und St. Martin (Saalforste).
35 Bieter aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und Frankreich haben sich an dem schriftlichen Meistgebotstermin (Submission) beteiligt. 30 Bieter konnten sich über einen Zuschlag freuen.
Um das „Filetstück“ der diesjährigen Submission lieferten sich die Bieter einen regelrechten Preiskampf. Der wertvolle Bergahorn aus dem Revier Isen, Forstbetrieb Wasserburg, wurde für insgesamt 14.847 € verkauft. Ein namhafter Furnierhersteller aus dem Ruhrgebiet erhielt mit 7.160 €/Fm den Zuschlag für das Erdstammstück von 7 m Länge und 1,69 Fm Volumen – das mit Abstand höchste Gebot der Versteigerung. Auf den oberen Teil des Ahornstammes wurde immer noch 2.832 €/Fm geboten. Damit ist die diesjährige „Braut“ mit einem Erlös, der in etwa einem Gegenwert von 6 Lkw-Ladungen Fichte entspricht, der teuerste Stamm seit Bestehen der Südostbayern Submission. Der Grund für dieses enorm hohe Gebot ist die seltene Wuchsform dieses Ahorns, die sogenannte Riegelung. Der daraus resultierende wellige Wuchs ergibt ein spezielles Muster, das besonders für die Herstellung von Furnieren sehr begehrt ist.
Der Eichenpreis erfreut sich weiterhin steigender Tendenz. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte sich die Angebotsmenge auf rund 100 Fm. Die Eiche baut damit ihre Position als mittlerweile bedeutendste Baumart der Südostbayern-Submission weiter aus. Im Schnitt erlöste die Eiche 465 €/Fm (Vorjahr 461€/Fm). Die teuerste Eiche stammte aus dem Forstbetrieb Wasserburg und war einem Furnierhersteller stolze 1.111.- €/Fm wert (Vorjahr 839 €/Fm). Qualitativ hochwertige Esche befindet sich weiter im preislichen Aufschwung. Mit einem Durchschnittspreis von 212 €/Fm (Vorjahr 167 €/Fm) fanden etwa 24 Fm ihre Käufer.
Im Angebot waren außerdem etwa 43 Fm Lärche. Mit einem Durchschnittserlös von 267 €/Fm lag das Preisniveau qualitätsbedingt unter dem Vorjahreswert von 311 €/Fm. Mit 24 Fm stellten feinjährige Fichten aus dem Bergwald die zweitgrößte Menge beim Nadelwertholz. Die Baumart des Jahres 2017 konnte mit durchschnittlichen 182 €/Fm das Preisniveau des Vorjahres (185 €/Fm) in etwa halten. Ein sehr erfreuliches Ergebnis erzielte heuer die Tanne: 15 Fm auserlesener Blochware erzielten im Durchschnitt 223 €/Fm (Vorjahr 198 €/Fm).
Spitzenprodukte der regionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung
Der Durchschnittspreis der Gesamtsubmission, über alle Besitzarten und alle Holzarten hinweg, erreicht eine Rekordhöhe und liegt im Jubiläumsjahr bei feierlichen 384 €/Fm (Vorjahr 310 €/Fm). Ganz in der Tradition der 20-jährigen Geschichte unserer kleinen aber feinen Submission in Südostbayern, so Sebastian Kurzmeier, stellvertretender Betriebsleiter des Forstbetriebs Ruhpolding und Verkaufsleiter der waldbesitzübergreifenden Veranstaltung, sei es gelungen, Spitzenprodukte der regionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung bestens zu vermarkten.
Im Anschluss an die Ergebnispräsentation im Kursaal führten Wolfgang Madl, Christian Thaler und Max Poschner, alle Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Traunstein, mit fachmännischen Erläuterungen zu den besten Stämmen über den Submissionsplatz. Eine Ausstellung von echten „Meisterstücken“ aus der Hand von Schreinern, Holzbildhauern, Drechslern, Instrumentenbauern, Furnierherstellern und Böllerbauern zeigte den Besuchern die wunderbaren Verwendungsmöglichkeiten von edlen Hölzern auf und rundete die gelungene Jubiläumsveranstaltung ab.
Bayerische Staatsforsten
Riegelahorn ? die Braut ? Höchstgebot 7.160 ?/Fm Wert des ganzen Stammes 12.100 ?. Foto: Bayerische Staatsforsten Von links: Sebastian Kurzmeier Stellv. Forstbetriebsleiter des Forstbetriebes Ruhpolding

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