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Wertholz aus dem Frankenwald mit geschichtlichem Hintergrund

Wertholz aus dem Frankenwald mit geschichtlichem Hintergrund

Eine Fichte aus dem Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten hat bei der Wertholzsubmission in Himmelkron einen Rekordpreis erzielt. Die Ursache, durch die dieser Baum so wertvoll wurde, liegt über 100 Jahre zurück.Den stolzen Preis von 558,- €/Fm hat ein Furnierwerk aus Grödig in Österreich geboten. Mit seinen gut zwei Festmetern Inhalt sind das fast 1.200 € für den gesamten Stamm. Was macht jetzt diese Fichte fast sechsmal so teuer wie einen „normalen“ Baum? „Im Holz waren keine Äste eingewachsen“, erklärte Forstrevierleiter Alexander Kelle. „Wenn dann noch ausreichende Dimension und ein gleichmäßiger Wuchs dazukommen, können Furniere aus der Fichte hergestellt werden.“ Das sei heute die am besten bezahlte Verwendung für einheimisches Nutzholz.Der Baum wurde allerdings nicht gezielt auf seine heutige Bestimmung vorbereitet. Das Abhauen der Äste in seiner Jugend sei aus ganz anderen Gründen erfolgt, so Kelle. „Jeder Viehhalter war auf der Suche nach Einstreu in den Ställen, erst als Zusatzfutter, dann als Grundlage für den Mist zur Ackerdüngung. Da kamen die unteren grünen Äste der Waldbäume gerade recht.“ Fichten und Tannen seien dafür „geschneitelt“ worden: Zunächst unten, später bis in mehrere Meter Höhe, wurden mit einem Beil Äste abgehackt und dann auf dem Brennholzkarren oder beim Viehtrieb mitgenommen. „Deshalb finden wir die ‚Schneitelfichten‘ heute fast immer in der Nähe alter Wege“, erläuterte Kelle, „und sicher musste das auch immer schnell gehen, bevor der Förster kam.“ Heute profitierten die Bayerischen Staatsforsten, genauso wie andere Waldbesitzer auch, von dem wertvollen, astfreien Holz, mit dem die Bäume dann über viele Jahrzehnte dick wurden.Gezielt wurde dieses Prinzip später bei der sogenannten „Wertastung“ übernommen, mit der bis heute Nadelbäume zu späteren Werthölzern gemacht werden. Eine echte Investition in die Zukunft, muss doch das Absägen der Äste im ersten Lebensdrittel des Baumes erfolgen, wenn noch genügend astfreies Holz anwachsen soll. „Das ist gelebte forstliche Nachhaltigkeit“, sagte Förster Kelle. „Wir hinterlassen den Generationen nach uns wertvolles Nutzholz, so wie unsere Vorgänger für uns gesorgt haben.“ – Auch, wenn das vielleicht gar nicht so geplant war.

BaySF

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