ForstTechnik

Wertästung mit der Patas von Advaligno

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Die Firma advaligno hat 2017 das mechanisierte Ästungssystem Patas vorgestellt. Im Rahmen einer Pilotstudie hat die Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Universität Göttingen dieses neuartige Ästungsverfahren nun eingehend untersucht. Im Mittelpunkt standen die Produktivität und Ergonomie. Die Autoren Florian Hartsch, Dirk Jaeger und Tim Jordan fassen die Ergebnisse der Studie dabei wie folgt zusammen:

Die mechanisierte Wertästung mit dem Patas besticht durch ihre hohe Produktivität von fast 30 Bäumen pro Stunde Arbeitszeit. Bei einer höheren Dichte der zu ästenden Bäume, wie beispielsweise auf Plantagen, ist eine noch höhere Produktivität vorstellbar. Die körperlichen Belastungen des Arbeitsverfahrens erscheinen zwar recht hoch, bewegen sich aber im Rahmen der allgemeinen Waldarbeit. Würde man für das Verfahren drei Bediener einsetzen, könnten sie sich abwechseln und die Belastung senken, indem beispielsweise ein Arbeiter zeitweise nur mit Schlepper fährt und den Schlauch auszieht.

Ein kurzes Einsatzvideo von der Hochästungssäge Patas

Die Qualität der Ästung ist trotz des hohen Mechanisierungsgrades in der Lärche als sehr gut zu bezeichnen, auch weil der weitaus überwiegende Teil der marginalen Schäden in einer Höhe von über 9 m zu verorten ist. Eine Hochästung auf 12 m war im Versuchsbestand problemlos möglich. Limitierende Faktoren beim Zeitverbrauch sind hingegen die Anzahl und die räumliche Verteilung der Z-Stämme, der Feinerschließungsgrad des Bestandes, die Geländeverhältnisse sowie das Vorhandensein von Unterstand und Bodenbewuchs. Gleichzeitig ist die Arbeitssicherheit des Verfahrens hoch, da ein Großteil der Äste in geringer Entfernung zum Stamm herabfällt und ein Sicherheitsabstand von 10 m damit als ausreichend erscheint.

Die Patas ist eine interessante Alternative

Das Arbeitsverfahren stellt damit eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Ästungsverfahren dar. Da die Bestandesbedingungen für den Patas in der vorliegenden Studie als ideal bezeichnet werden können, ist beim kommerziellen Einsatz aber eine differenzierte Betrachtung der Ergebnisse notwendig. Vor dem Hintergrund, dass auch in Zukunft hochwertiges Nadelholz benötigt wird und ausgedehnte Kalamitätsfolgeflächen (z.B. Kyrill) in ästungswürdige Stärkeklassen einwachsen werden, erscheint ein Einsatz des Patas zur Wertästung durchaus sinnvoll.

Florian Hartsch ist Doktorand an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Georg-August-Universität Göttingen. Prof. Dr. Dirk Jaeger leitet die Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie. Tim Jordan ist Geschäftsführer der advaligno GmbH in Wunstorf.