ABO

DEUTSCHER Waldpreis: Wer wird Forstunternehmer/in des Jahres?

Die Zeitschriften AFZ-DerWald, Forst & Technik und Deutscher Waldbesitzer vergeben auf der Interforst erstmals  den DEUTSCHEN Waldpreis. Die Finalisten in den Kategorien „Waldbesitzer des Jahres“, „Forstunternehmer des Jahres“ und „Förster des Jahres“ stehen jetzt fest. Wir stellen an dieser Stelle die drei Bewerber in der Kategorie Forstunternehmer/in des Jahres vor.  Wer den Preis am Ende erhält bestimmen im Zuge des Online-Votings jetzt auch Sie.

Sylvia und Hendrik Settekorn – Die Baumprofis

Vor bald 25 Jahren gründete Sylvia Settekorn in Oderberg die Umwelt engineering GmbH. Mit ihr und ihrem Sohn Hendrik zählt das Forstunternehmen elf Mitarbeiter sowie drei Harvester und drei Forwarder, mit denen überwiegend Dienstleistungsaufträge im Landeswald abgearbeitet werden. Aber auch alle anderen forstlichen Dienstleistungen bietet die Umwelt engineering GmbH an. Als erste Forstmaschine kaufte das Unternehmen 1989 eine Mini Bruunett 678. Damals konzentrierte sich die Umwelt engineering östlich von Berlin auf die Selbstwerbung im Nichtstaatswald. Aus dieser Zeit stammt auch der zweite Standort des Unternehmens in Grunow-Dammendorf.

Sylvia und Hendrik Settekorn
Sylvia und Hendrik Settekorn Foto: O. Gabriel

Den Generationswechsel hat das Unternehmen frühzeitig geregelt: Im August 2017 übernahm Hendrik Settekorn die Gesellschafteranteile und steht seiner Mutter seither als Mitgeschäftsführer gleichberechtigt zur Seite. Er studierte in Eberswalde Forstwirtschaft und baute nach dem Studium als neues Geschäftsfeld den motormanuellen Bereich auf, wozu u. a. auch die Baumpflege, Verkehrssicherung und die Spezialbaumfällung zählen. Passend dazu hält er seit einigen Jahren sehr erfolgreich Motorsägenkurse ab.

Ein Punkt, mit dem sich die Settekorns von den meisten anderen Forstunternehmen abheben, ist ihr ehrenamtlicher Einsatz für die Branche. Sylvia Settekorn ist Vorsitzende des Forstunternehmerverbandes Brandenburg und vertritt die Unternehmerschaft im Deutschen Forstunternehmer-Verband (DVUV). Darüber hinaus bringt sie die Interessen der Forstdienstleister in der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg ein, in deren Vollversammlung sie 2017 gewählt wurde. Und Hendrik? Er ist eigentlich immer mit dabei, wenn seine Mutter irgendwo auftaucht. Er setzt als Vorstandsmitglied im Brandenburger Forstverein und Mitglied der Wirtschaftsjunioren aber auch seine eigene Akzente.

 

Elmar Stertenbrink – Spurlos im Wald

Elmar Stertenbrink aus Erkrath in Nordrhein-Westfalen hat sein Forstunternehmen, die Fuhrhalterei Stertenbrink, 1990 gegründet. Der 56-Jährige hatte zuvor im Düsseldorfer Stadtforst den Beruf Forstwirt gelernt. Der größte kommunale Waldbetrieb Deutschlands kaufte damals eigene Rückepferde, mit denen Stertenbrink nach Ausbildungskursen in Belgien und Frankreich ersten Erfahrungen mit seiner späteren Profession sammelte.

Elmar Stertenbrink
Elmar Stertenbrink Foto: O. Gabriel

Im Sommer bot er Planwagenfahrten im Neandertal an und im Winter rückte er in den umliegenden Wäldern Holz. Städte wie Velbert, Neuss, Düsseldorf oder Duisburg setzen schon damals auf das bodenschonende Rückeverfahren mit Kaltblütern.

Rücken allein reicht nicht

Schon bald merkte Stertenbrink allerdings, dass es mit dem Vorliefern an die Rückegasse allein nicht getan war. Die Waldbesitzer fragten zunehmend auch nach der motormanuellen Holzernte und nach der Endrückung von der Rückegasse an die Waldstraße. Und so kam eins zum anderen. Stertenbrink kaufte bei Pfanzelt einen Felix und entwickelte das heute bundesweit bekannte Kölner Verfahren, das die drei genannten Arbeitsschritte zeitlich entkoppelt und auf wirtschaftlich einträgliche Weise miteinander kombiniert.

Das Firmenmotto

„Spurlos im Wald“ lautet das Firmenmotto des Forstunternehmens. Stertenbrink weiß, dass dies nicht immer umsetzbar ist. Doch stellt er sich diesem Leitgedanken in der Praxis mit vielen kleinen Entscheidungen immer wieder auf Neue. Wie ernst es Stertenbrink damit ist, zeigt sich darin, dass Stertenbrink seine Überzeugungen auch als 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Zugpferde, als 2. Vorsitzender der RAL-Gütegemeinschaft Wald- und Landschaftspflege und als Vorstandsmitglied der Sozialkammer im FSC mit Nachdruck vertritt.

Peter Straubinger – Der dynamische Allgäuer

Der Lehrerssohn Peter Straubinger kam erst spät durch das Erbe eines kleinen Waldstücks in Kontakt mit der Waldarbeit. Das hat ihm aber so viel Spaß gemacht, dass er in Rottenburg Forstwirtschaft studierte. Nach dem Examen wurde er 2003 selbständig. Schon im zweiten Jahr bildete er den ersten Lehrling aus. 2009 schaffte er die erste Maschine an. Seither ist jedes Jahr eine dazugekommen. Das Team des erst vierzigjährigen Allgäuers umfasst heute dreizehn Mitarbeiter. Beim Besuch fällt sofort das gute Betriebsklima auf. Das liegt nicht nur daran, dass jeder Forstwirt einen eigenes Fahrzeug bekommt– der Chef ist sich auch nicht zu schade, selbst mit Hand anzulegen. Entsprechend herzlich ist der Umgangston.

Peter Straubinger
Peter Straubinger Foto: H. Höllerl

Kompetente Mitarbeiter statt Hierarchie

Ein Fachagrarwirt für Baumpflege führt seit gut zwei Jahren dieses neue Geschäftsfeld weitgehend eigenständig. Vor kurzem kam ein zweiter Forstingenieur hinzu, der neben der Einsatzleitung auch Aufgaben im Management übernimmt.

Technischer Schwerpunkt ist die Holzernte und -Bringung im steilen Geländet. Neben einem Seilkran und einem Rückezug mit Traktionswinde ist der Highlander-6×6-Steilhangharvester der jüngste Neuzugang. Bei der Kombimaschine HSM 904 F lässt sich innerhalb von Sekunden der Rungenkorb gegen eine Klemmbank tauschen. Das ist hilfreich in den örtlichen Kleinprivatwäldern.

Partner des Kleinprivatwalds

Neben der ganzen Palette der Forstarbeiten bietet Straubinger auch Hilfe bei der Planung, ja sogar bei Förderanträgen. „Zum Teil haben wir schon 15 Jahre ein gewachsenes Vertrauensverhältnis mit unseren Kunden. Das würde nicht funktionieren, wenn wir auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus wären,“ sagt Straubinger, der sich auch in der bayerischen Vereinigung der Rundholzhändler und Forstdienstleister (VRF) engagiert.

In der Region verwurzelt

Die Allgäuer lieben ihre Heimat. Das ist auch bei Peter Straubinger nicht anders. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass er mit einem örtlichen Sägewerk als Haupt-Abnehmer das Motto „Holz der kurzen Wege“ über Jahre hinweg wirklich mit Leben erfüllt. So sorgt der jung-dynamische Unternehmer nicht nur für gepflegte Wälder und ein paar attraktive Arbeitsplätze, sondern auch für eine weitergehende Wertschöpfung in der Region.

 

Wer den Preis am Ende erhält bestimmen im Zuge des Online-Votings jetzt auch Sie

Oliver Gabriel, Heinrich Höllerl

Auch interessant

von