Waldschutz

Wer frisst denn da an der Ulme?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Die Fraßspuren an den Ulmen sind auffällig, finden sich doch zunächst zickzackförmige Fraßgänge in den Blättern der befallenen Bäume. Wer ist verantwortlich für diese Symptome? Die Waldschutzexpertinnen und -experten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) kennen die Antwort.

Im Blickpunkt Waldschutz 12/2022 der LWF klären die Forschenden auf: Verursacht werde dieses Phänomen durch die Zickzack-Ulmenblattwespe (Aproceros leucopoda), eine ursprünglich aus Ostasien stammende invasive Wespenart, die in Europa 2003 in Ungarn und Polen erstmals nachgewiesen wurde und sich seither weiter ausbreitet. Der erste Fund in Deutschland bzw. Bayern erfolgte laut LWF im Jahr 2011 in der Nähe von Passau.

Wie wirkt sich der Befall an der Ulme aus?

Die typischen zickzackförmigen Fraßgänge werden von den jungen Raupen der Zickzack-Ulmenblattwespe verursacht. Da diese Wespenart jedoch nur einen kurzen Entwicklungszyklus durchlaufe und die Fraßaktivität über einen langen Zeitraum von Mai bis September erfolge, besitze der Schädling das Potenzial, Ulmen innerhalb nur eines Jahres kahl zu fressen. Dabei dienen dem Insekt auch die ausgebildeten Ersatztriebe der Bäume als Nahrung, wodurch die befallenen Bäume erheblich an Vitalität verlieren können, so die Forschenden der LWF.

Alle Entwicklungsstadien der Zickzack-Ulmenblattwespe – von der Larve bis zum Imago – werden dabei am befallenen Baum durchlaufen. Besonders anfällig seien laut Einschätzung der Expertinnen und Experten die Feldulme (Ulmus minor) und die Bergulme (U. glabra). An anderen Ulmenarten könne die Art jedoch auch vorkommen.

Was tun bei Befall durch die Zickzack-Ulmenblattwespe?

Gegenmaßnahmen im Wald sind nur schwer oder gar nicht umsetzbar. Die LWF empfiehlt daher:

  • Ulmen sollten nur in Mischung gepflanzt werden, nicht zuletzt auch mit Blick auf das Ulmensterben.
  • Das Anlegen von Ulmenalleen entlang von Straßen und Waldwegen sollte möglichst unterbleiben, da diese Wespenart solche Strukturen als Ausbreitungskorridor nutzt.
  • Ein Laubsammeln im Herbst kann den Befallsdruck im Folgejahr abmildern, da sich die Winterkokons der Wespen an den Blättern befinden.
  • Auffällige Fraßaktivitäten sollten dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden, in Bayern direkt an die LWF über waldschutz@lwf.bayern.de.
Mit Material der LWF