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Wenn Bäume aus dem Wald gehoben werden

Wenn Bäume aus dem Wald gehoben werden

Mit einer ungewöhnlichen Methode erntet das niedersächsische Forstamt Neuenburg jetzt starke Nadelbäume. Um den darunter stehenden Baumnachwuchs nicht zu beschädigen, werden die Bäume bei der Fällung von einem Bagger gehalten und dann herausgehoben. Die Arbeiten haben Anfang Juli begonnen und werden voraussichtlich bis Ende August andauern. Anfang dieser Woche beginnen die Fällungen im Wald zwischen Schortens-Oestringfelde und Jever-Rahrdum.

„Damit die großen Kronen dieser Bäume keine Schäden an den verbleibenden Bäumen hinterlassen, wenden wir dieses aufwendige Verfahren an. Immer mehr Wälder der Landesforsten sind mehrschichtig, sodass wir bei Erntemaßnahmen auf junge Bäume Acht geben müssen“, so Revierförster Tobias Gebers, der die Arbeiten verantwortet. Mächtige Weißtannen und starke Fichten und Kiefern werden auch weiterhin das Revier in Upjever prägen. „Wir ernten nur einen Teil dieser Bäume, damit der Baumnachwuchs darunter Platz und Licht zum Wachsen bekommt“, schilderte Gebers sein Vorgehen. Die bereits jetzt markierten Bäume werden von einem Forstwirt zwar abgeschnitten, aber nicht gefällt. Denn bevor der Baum fällt, hebt ihn ein Kettenbagger stehend vom Wurzelstock, schwenkt ihn vorsichtig durch den Waldbestand und legt ihn sicher auf der Fahrgasse zur weiteren Bearbeitung durch einen Harvester ab. Nur einige sehr starke Bäume, die von dem Gerät nicht gehalten werden können, werden klassisch gefällt.

Die anfallenden Hölzer sind bereits verkauft und werden überwiegend im Nordwesten weiter verarbeitet. „Das Stammholz geht zum großen Teil in ein Sägewerk in Haselünne, schlechtere Teile werden als Palettenholz Richtung Nienburg vermarktet. Die nicht sägefähigen Kronen der Nadelbäume werden zu Holzwerkstoffen oder Tierstreu verarbeitet“, erklärte der Förster, der das Holz für die verschiedenen Käufer getrennt am Waldweg ablegen lässt.

Hintergrund

Die Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaften ihre Wälder seit gut 25 Jahren nach einem ökologischen Waldbaukonzept, welches Mischwälder fördert. Diese Wälder sind künftig nicht nur aus mehreren Baumarten aufgebaut, sie bestehen auch mehr und mehr aus verschieden alten Bäumen, sodass sich mehrere Baumschichten im Wald entwickeln. Durch den weitgehenden Verzicht auf Kahlschläge und die Förderung der natürlichen Ansamung der Bäume entsteht so eine abwechslungsreiche Waldstruktur.

NLF

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