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Weniger Brandschäden in der Säge- und Holzindustrie

Weniger Brandschäden in der Säge- und Holzindustrie

In den letzten Jahren hatten zahlreiche Versicherungsgesellschaften bestehende Feuerversicherungen für die Betriebe der Säge- und Holzindustrie gekündigt bzw. die Beitragsprämien deutlich angehoben. Um auf die prekäre Feuerversicherungssituation der Branche zu reagieren, installierte der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) vor zwei Jahren den Arbeitskreis Brandschutz. Nun scheinen sich erste Erfolge abzuzeichnen.Eine aktuelle Umfrage zeigt: 2016 sind die Feuerschäden deutlich zurückgegangen, die Versicherungswirtschaft öffnet sich den Sägewerken wieder. Nichtsdestotrotz gibt die Absicherung vieler Betriebe weiter Anlass zur Sorge. „Der DesH hat das Thema Feuerversicherung in den vergangenen zwei Jahren intensiv bearbeitet. Der Dialog des Arbeitskreises mit Assekuranzen, Maklern und Brandschutzspezialisten sowie unser verbandsinterner Leitfaden, die Gespräche in den Regionalkonferenzen und die Veranstaltungsreihe ‚Brandschutz vor Ort‘ zeigen Wirkung. Wir stellen eine wachsende Sensibilität der Unternehmer für den Feuerschutz fest“, sagte DeSH-Generalsekretär Lars Schmidt. Dies sei erste Voraussetzung, um das Vertrauen der Versicherer nach den gehäuften Brandmeldungen in den Jahren 2014 und 2015 wieder zurückzugewinnen.Damals wuchs die Skepsis gegenüber der Branche derart, dass sich einige Versicherungsgesellschaften komplett aus dem Sektor zurückzogen oder ihre Mandate flächig aufkündigten. Eine Entwicklung, die noch immer anhält, wenn auch gebremst: Wie die dritte Verbandsumfrage zum Thema zeigt, können 17 % der befragten Sägewerke derzeit noch keinen Versicherungsschutz für 2017 aufweisen. Von den versicherten Betrieben ist eigenen Angaben zufolge ein Viertel unterversichert: „Ein bedenklicher Umstand, der teilweise in Kauf genommen wird, wenn zumindest die Kreditbelastungen abgedeckt oder die persönliche Mindestsicherung gegeben ist“, erklärte Schmidt. Ein solches Modell gefährde die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.Prämien kontinuierlich gestiegen, hohe Sicherheitsstandards gefordertWer aktuell eine neue Feuerpolice abschließen möchte, muss mit deutlich erhöhten Prämien oder der Forderung nach umfangreichem technischen Brandschutz rechnen. In der Regel handelt es sich um automatische Sprinkleranlagen. „In den großen Betrieben gehören sie zum Standard, für viele mittlere und kleine Unternehmen stehen solche Investition aber leider in keiner Relation zum Ertrag und der Prämienreduzierung“, kritisierte Schmidt. Die Beiträge für Betriebe ohne Sprinkleranlage liegen inzwischen durchschnittlich 60 % über denen der Werke mit einer solchen Anlage. Um die Situation zu entspannen, suchte der DeSH verstärkt auch nach Optimierungspotenzial im organisatorischen Brandschutz. Ein Ansatz, der bei vielen Versicherern inzwischen auf Akzeptanz stößt: „Betriebe unterhalb einer Versicherungssumme von fünf Mio. € können ihren Versicherungsschutz in den meisten Fällen durch guten organisatorischen Brandschutz aufrechterhalten – müssen aber aktiv mehr tun“, mahnte Klaus Kottwitz, Brandschutzexperte beim DeSH. In der Praxis bedeutet dies unter anderem: betriebsangepasste Brandschutzorganisation, die Ernennung von Brandschutzbeauftragten sowie die Nachtabschaltung des Stroms. Auch die engere Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr mache sich positiv bemerkbar. 2016 gab es noch keinen ermittelten Fall von Brandstiftung, vermeldet der DeSH.Insbesondere mittlere Betriebe in ZugzwangUnter Druck geraten vor allem die Unternehmen im mittleren Versicherungsspektrum zwischen fünf und 20 Mio. €. Hier ist die Kündigungsquote (23 %) am höchsten. Rund 20 % der Betriebe dieser Kategorie sehen sich seitens der Versicherer aktuell mit der Forderung nach einer Sprinkleranlage konfrontiert oder mussten in den vergangenen drei Jahren in eine solche investieren. Diese Unternehmen eingerechnet ist jedoch weiterhin nur ein Drittel dieser Größenklasse gesprinklert. „Diese Gruppe ist sehr heterogen. Der nachträgliche Einbau einer Sprinkleranlage kann sinnvoll sein, sofern der Aufwand vertretbar und durch Prämieneinsparung zeitnah amortisierbar ist. Aber auch bei den mittelgroßen Betrieben muss ein bezahlbarer Versicherungsschutz ohne Sprinkleranlage möglich sein, wenn die Kosten hierfür nicht darstellbar sind“, forderte Schmidt. In diesem Fall gelte es, das Brandschutzkonzept den betrieblichen Gegebenheiten sowie dem individuellen Risikopotenzial anzupassen und das Werk durch hohes organisatorisches Engagement und gezielte technische Maßnahmen versicherungswürdig zu gestalten. „Wir werden in Zukunft weitere Dienstleistungen anbieten, um die Unternehmen bei der Umsetzung effektiver Konzepte zu unterstützen“, erklärte Schmidt. Hoffnung setzt der Verband zudem in Innovationen: „Intelligente Brandschutztechnik könnte bald schon integraler Bestandteil der Sägewerksanlagen sein. Diese wäre nicht nur kostengünstiger, sondern würde Feuergefahr erkennen, bevor es brennt.“

DeSH

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